die perfekte erste palatschinke.

Wer von euch Erfahrung im Palatschinkenkoch-Business hat, der/die weiß, dass die erste nix wird. Die Pfanne ist noch nicht heiß genug, das Handgelenk ein wenig eingerostet, somit ist auch der Versuch des Wendes zum Scheitern verurteilt. Am Ende hat ma dann ein kleines, gelbes, labbriges Etwas, das nicht mal für Frittaten taugt. Nummer 2-15 gelingen dann meistens tadellos.

Ähnlich ist das normalerweise auch beim Schifahren – das erste Mal geht ma, weil ma weiß, dass danach die guten Schitage kommen. Zu Saisonbeginn ist die Katastrophe jedoch vorprogrammiert. Das Zusammenrichten dauert Jahre („Wo sind meine Schisocken, Mama?“ – „Ich weiß es nicht!“ – „Aber die die du anhast schauen aus wie meine!“ – „Ah wirklich? Na vielleicht haben wir ja dieselben…“), die Schihose zwickt. Alleine der obligatorische 10-Euro-Schein und der Labello, die ma in der Schijackentasche immer findet, erhellen diese Momente. Das angeschnäuzte Taschentuch aus der letzten Saison holt eine dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Während Vatern fluchend 4 Paar Schi ins Auto quetscht, versucht meinereiner fieberhaft, die Schischuh-Schnallen zuzukriegen (Knöchelverfettung?). Dafür verzögert Papa später selbst den Projektfortschritt, indem er am Parkplatz schweißgebadet versucht, den Einstieg in seine geschäumten Spezial-Super-Schuhe zu schaffen. Die Viertelstunde warten wird uns mit großartigen akrobatischen Leistungen im Schischuhanziehsport verkürzt. Akustische Untermalung inklusive. Und die Servicefrau gesteht Materialfehler ein („Na jetzt hob i eam versehentlich de dickn Schisockn gebn, mit de schofft eas jo nia eini…)

Währenddessen hat es zu scheien begonnen, wir trampeln zu den Gondeln und fahren dem Nebel entgegen. Das heißt, wir fahren dem Nebel entgegen, nachdem ich meine defekte Key-Card ausgetauscht habe. (Anstellen. Drehkreuz erreichen. Drehkreuz blockieren. Peinlich erröten. Feststellen, dass umdrehen wegen der Menschenmassen unmöglich ist. Den Liftler zu Hilfe rufen. Befreit werden. Dunkelrot anlaufen. Karte umtauschen. Nochmal anstellen.)  Üblicher Weise lichtet sich der Nebel jedenfalls ab 1000 m Seehöhe – heute nicht. Das heißt, es schneit und nebelt auf der ganzen Schmitten, visuelle Unterschiede zwischen Piste und dem Rest der Umgebung gibt es nicht. Endlich oben angekommen hüpfen wir in die Schi und brausen los (Papa), stoßen uns vorsichtig ab und testen unsere Grenzen im 10 km/h-Bereich (der Rest) um festzustellen, dass nach 2 1/2 Schwüngen die Oberschenkel unerträglich brennen. Ein deutscher Tourist fährt uns quer über die Schi um uns anschließend ob unserer Unvorsichtigkeit anzubrüllen. Weil ich vom singenden Holländer mit der neongrünen Ein-Meter-Zipfelmütze, der neben uns die Piste unsicher macht, abgelenkt bin, streckt mich eine kleine Schneewehe darnieder.

Die anschließende Fahrt mit dem Sessellift dauert ein wenig länger als üblich, ein 20-minütiger Stopp auf halber Strecke (der grünhäuptige Holländer hat vergeblich versucht, bei eben diesem Sessellift den Ausstieg ohne Sturz zu schaffen und versperrt mit seinem Schienbeinkopfbruch den Weg) lässt den Rotz in unseren Nasen gefrieren. Die Schneekanone, in dessen Aktionsradius unsere Sesselliftsessel zum Stillstand kam, bläst uns währenddessen Schnee mit der Konsistenz von Schmirgelpapierfetzen ins Gesicht. Wir fahren noch mal runter, die Kinder (also ich) quengeln und wollen nach Hause, aber nichts da. Heute wird jede Sekunde Pistenspaß ausgekostet.

Das Gute: Die Geschichte ist (fast) frei erfunden. Heute hätte auch die erste Palatschinke geklappt, ich schwöre: Das erste Mal Schifahren war AWESOME. Totally AWESOME.

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