Hurricanes.

Irene ist im anrollen. Sie rollt Richtung Ostküste. Irene ist ein Hurricane der Stufe… ja, welcher eigentlich? Stufe 2, sagt das National Hurricane Center. Eingeborene New OrleanserInnen kichern hinter vorgehaltener Hand, wenn sie das hören, glaube ich. Dieser Artikel in der Times-Picayune bestätigt meine These. Ein Schmankerl:

Dear East Coast, consider evacuating to New Orleans.

Der Hass auf die Stimmen, die dem Wiederaufbau des Sündenpfuhls New Orleans nach Katrina skeptisch gegenüberstanden, ist hier immer noch groß. Dass die dort oben, wo sich sonst nie ein Sturm hinverirrt, nun ein wenig empathischer würden, wird gemutmaßt. Ein Stück Kulturgut hat der damalige Vorschlag, die Stadt einfach vor die Hunde gehen zu lassen, jedenfalls gebracht: Ashley Morris‘ „Fuck you, you fucking fucks“ – großartig intoniert übrigens von John Goodman, der einen an Morris angelehnten Charakter in der HBO-Serie „Treme“ spielt. Well worth reading.

Doch dass jetzt ausgerechnet Ray Nagin, der ehemalige New Orleanser Bürgermeister, den OstküstenbewohnerInnen Tipps zum richtigen Verhalten bei Hurricanes gibt, stößt einigen auch sauer auf. Denn nicht nur die Bundesbehörde FEMA, sondern auch die Stadtverwaltung hat rund um Katrina einiges an Unmut bezüglich schlechten Katastrophenmanagements auf sich gezogen.

Bei unserem Hurricane-Briefing haben wir gehört: Wir evakuieren ab Stufe 3. Zum letzten mal passierte das 2008, als Gustav über die Stadt hinwegfegte. Und wir sind verdammt froh, dass Irene uns nichts angeht. Meine hurricane safety ist momentan erst im Aufbau. Das object of desire #1 – das Auto – ist fast organisiert. Und dann gehts ans Einkaufen. Wir wurden angehalten, folgende Dinge immer bereit zu haben:

  • abgepacktes Wasser (bzw. „equal amounts of water and alcohol“, um die Hurricane-Party ein wenig lustiger zu machen)
  • Essen, das nicht gekühlt/erhitzt werden muss
  • ein Auto mit vollem Tank oder eine Mitfahrgelegenheit in selbigem
  • Bargeld
  • Taschenlampe
  • geladene Akkus in allen Elektrogeräten
  • Batterien

Und damit sollten wir das Gröbste überleben.

Einstweilen vergnügen sich die meisten hier in der Bourbon Street (das ist eine Mischung aus Lignano, Schwedenplatz und Reeperbahn, bloß dass es hier mehr Rednecks und weniger Teenies gibt), die 8 Dollar Cocktails strecken ausgewachsene Menschen nieder. Bei 4 oz of rum im „Hurricane“ (das sind über 100 ml) und noch mehr in der „Hand Granade“ verwundert das nicht, Temperaturen bei konstant über 30 Grad befördern das Delirium enorm. Und trotz der angesoffenen Stimmung meine ich, wir müssen hier härter durchgreifen: Für den Klauer „It’s always Hurricane season in Pat’O’Brians“ sind 20 Euro für die schlechte Wortwitzkassa fällig. Antrag einstimmig angenommen.

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