new learnings.

1) Weißwein in den USA ist eine schwierige Sache. Kalifornien ist zwar rotweimäßig solide, aber der Weißwein von dort ist richtig eklig. Zumindest der, den ich bislang probiert hab. Chardonnay, Sauvignon Blanc und Moscato schmecken, als hätten die WinzerInnen in jede Flasche einen viertel Liter Hollersirup reingeleert. Für den österreichischen Gaumen ist das natürlich ein starkes Stück (bei uns gibts ja noch im sauren Spritzer eine Scheibe Zitrone), aber so leicht wollt ich mich nicht geschlagen geben und habe das naheliegende gemacht: Wein aus dem amerikanischen Norden gekauft. In Washington State (das ist da wo Seattle ist. das Wetter ist dort so ähnlich wie in Österreich) wächst Riesling. Der schmeckt wie bei uns fruchtig ausgebauter Chardonnay mit gleichzeitig ordentlicher Säure (ja, Subtilität ist hier kein asset.), aber zumindest nicht wie Dessertwein mit Sprite (süßer süßer Spritzer. Buäh ist das eine eklige Vorstellung).

2) Wenn auch die Patina abblättert, dann ist es New Orleans. Außerhalb von New Orleans sind die Straßen gut asphaltiert. Wenn mensch dann von der Autobahn wieder in die Stadt kommt, markiert mehr oder weniger exakt ein großes Schlagloch die Stadtgrenze. „Oh, jetzt sind wir eh schon wieder hier!“, wird dann nickend kommentiert. Und nicht dass ihr glaubt, schlechte Straßen seien ein Problem des Lower Ninth Wards. So siehts im Lower Garden District, dem 19. Bezirk von New Orleans aus:

Aber hübsch ist es trotzdem. Und das ist auch der Punkt: Sobald mal was sauber, perfekt asphaltiert und weiß gestrichen ist, findet mensch es irgendwie seltsam hier. „Elegant Decay“ ist der Ausdruck, mit dem in den Reiseführern dieser Zustand beschrieben wird. Und der decay ist so elegant, dass hier sogar die Patina abblättert. Ein bisschen wie hier:

Oder wie im Napoleon House, einer Bar in French Quarter, wo mensch sich nicht ganz sicher ist, was jetzt die Farbe und was das abgeblätterte Mauerwerk ist. Oder wie beim ewigen Gestank überall. Oder der langen Korruptionstradition in der lokalen Politik.  „Decent“ sind hier nur die Musik, das Essen und die Drinks. Fast wäre mensch versucht, das als völlig ausreichend zu klassifizieren. Und dann steht in der Zeitung, dass Louisiana die zweithöchste Armutsrate im ganzen Land hat (über 20 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze).

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter culture, photo love

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s