Archiv der Kategorie: cheerio!

i like the word. and the way elliot says it

warmer Krautsalat in 90 Sekunden

Für faule:

Chinakohl dünn schneiden, Selchroller klein schneiden (meiner war von vorvorvorvorgestern – Konservierungsmittel sind echt beeindruckend.), Kümmel dazu, ca. 1:30 in die Mikrowelle.

Salz, Pfeffer, hellen Essig (ich hatte weißen Balsamico), Öl (ich hatte Raps) dazu und vermischen. Fertig. Lecker (wirklich!). Entschuldigt das unappetitliche Foto. Dafür schneit es am Blog – quasi als ästhetischer Ausgleich.

Warmer Krautsalat

Warmer Krautsalat

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DIY Mardi Gras Weihnachtskranz

Ungefähr 100 ToDos hab ich heute nicht erledigt. Dafür aber eines, das nicht mal auf der Liste stand: Einen dekorativen Weihnachtskranz gebastelt.

Du brauchst:

Eine Kranzbasis (oder wie das im Crafting-Sprech heißt), meine war aus Stroh und fand sich in Mamas Keller. Mamas Keller ist wie der Raum der Wünsche aus Harry Potter.
Servietten, um das Stroh zu umwickeln. Unsere waren dunkelrot.
Mardi-Gras-Ketten (aufgeschnitten! so dass sie keine Ketten, sondern nur noch Perlenschnüre sind) oder geeignete Äquivalente
Tixo

Wir wickelten die Servietten um die Kranzbasis und pickten sie ein bisschen mit Tixo fest. Dann legte Profi-Wicklerin B. los, ich riss weiterhin Tixo im Akkord ab, mit dem die Ketten fixiert wurden (hinten am Kranz, wo es niemand sieht), und J. war für die Farbgestaltung zuständig. So schlampig hätte man nicht mal im Kindergarten basteln dürfen, aber es ist sehr hübsch geworden.

Gegen hohe Bezahlung würden wir Aufträge annehmen, darauf haben wir uns geeinigt. Weihnachten kann kommen!

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Jazz Fest Shabbat

Das letzte Monat hier war für mich ein bisschen meh. Irgendwie war die Luft draußen, ich zählte nur noch Tage und wollte nach Hause. Bloß Netflix und Cheetos haben meine Faszination fürs Amerikanische noch ein bisschen am Leben gehalten. New Orleans ging mir sowieso schon auf die Nerven – immer der selbe Scheiß hier. So wie überall anders auch, nur daheim sind halt auch die Leut, die ich am liebsten mag.

Irgendwann hab ich das Offensichtliche akzeptiert: Dass vom Tage zählen die Zeit auch nicht schneller vergeht. Meine Kollegin N. fragte mich dann kürzlich, ob ich sie zum Jazz Fest Shabbat begleiten wollte. Warum nicht. Beim Hinfahren unterhielten wir uns über jüdische Kultur, ich erzählte ihr, dass die jüdische Gemeinde in Österreich etwa knapp über 8000 Personen stark sei, N. meinte, allein in New Orleans gäbe es zwei bis drei mal so viel. Die Synagoge zu der wir gehen würde sei dem reformierten Judentum zuzuordnen – das solle ich mir etwa so vorstellen, wie die liberalen KatholikInnen in Österreich. Den Kommentar, dass es sowas in institutionalisierter Form nicht gibt, hab ich mir gespart und ihren Ausführungen weiter gelauscht. Die Rabbinerin sei super-leiwand, meinte N. – kurz darauf konnte ich mich davon selbst überzeugen.

Eine halbe Stunde vor Beginn war Einlass, wir platzierten uns im hinteren Drittel der Synagoge, ich studierte das 18-Seitige Gebetsbuch (Quasi ein Shabbat-Sing-Mit!) und kalkulierte die Zeit, die das in Anspruch nehmen würde. Weil ich zu schlecht im Kopfrechnen bin, ließ ich das schnell bleiben und bemühte mich, leise mit N. zu sprechen. Bloß nicht den deutschen Akzent zu laut herausposaunen, war mein Credo. Vor meinem inneren Auge sah ich schon jemanden aufspringen, mit dem Finger auf mich zeigen und brüllen „Deine Vorfahren haben meine umgebracht!“, ja, und natürlich überlegte ich fieberhaft, wie ich darauf sensibel reagieren könnte. Und dann hoffte ich auf einen rächenden Gott im Judentum, der, falls es ihn interessieren sollte, mich kurz und schmerzvoll (aber weniger peinlich) mit einem Blitz darniederstrecken würde.

So fantasierte ich also in meinen Glaubensbildern dahin, bis eine junge Frau vors Mikro trat. Sie stellte sich freundlich vor, witzelte ein bisschen, dass natürlich bei jedem Shabbat alle Plätze eine halbe Stunde vorher weg sein, und erklärte dann den Ablauf des Abends. Und auf diese Weise begann die Rabbinerin die Zeremonie. Ein Kantor trug die Gebetslieder vor, unterstützt wurde er von einem gut dreißig-köpfigen Chor und einem Orchester. Ich fühlte mich halb wie bei einem Kammerkonzert, halb wie im Musical Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat (die Arrangements waren so flott und melodisch!). Ich las in meinem sing-along-Buch mit, und stellte zu meinem Erstaunen fest, dass ich mich damit offenbar leichter tat, als viele der Anwesenden. Latinisiertes Hebräisch folge ähnlichen Aussprachregeln wie Deutsch, klärte mich N. auf. Die Rabbinerin sagte aber freundlicher Weise immer wieder die aktuelle Seitenzahl vor.

Und so begann ich, meine Umgebung zu beobachten. Schräg links, ein pubertiertendes Mädchen mit Zahnspange und zwei Zöpfen (rosarote Schleifen!), zwischen denen eine Kippah (lila!) thronte. Die Kippah des Herren links vor mir war gelb mit grünen Kringeln und sah aus wie anno 69 gebatikt. Weiter vorn blitzte unübersehbar eine neongelbe Kippah vor, gleich daneben: dunkelblau mit Gold- und Silberfäden durchsetzt – sehr edel. Die Damen links hinter mir unterhielten sich murmelnd über ihre Familien, die ältere Frau rechts vorne fächelte sich mit ihrem Gebetsheftchen frische Luft zu.

Im dritten Drittel der Zeremonie trat dann John Boutté, ein New Orleaner Sänger auf – und das Haus rockte. Herr Neon-Kippah leitete die Standing Ovations nach Bouttés unglaublicher Darbietung von Lenard Cohen’s Hallelujah ein, Mister Goldfaden tanzte zum Tremé Song, und der ganze Saal brach danach in ein spontanes Hava Nagila aus. Nach einer Stunde Boutté-Performance wurde das letzte Lied der Shabbat-Zeremonie gesungen. Und dann kam das für mich unerwartete Finale: Der Synagogen-Chor sang unter Leitung des Kantors und Bouttés Oh When the Saints go Marching in. Auf Hebräisch. Und die gesamte Synagoge sang mit.

Das war also meine erste Shabbat-Zeremonie. Dass die so entspannt, kurzweilig und unorthodox war, liegt natürlich an der Umgebung. In den USA ist es leichter, reformierter Jude oder Jüdin zu sein, als in Wien. Und in New Orleans sind liberale Religions-Interpretationen ohnehin eher die Regel, als die Ausnahme.

Ich fühlte mich also beschwingt und irgendwie sehr heilig, als wir dann noch was essen gingen. Und wie es dieser großartige Abend so wollte, saß am Nachbartisch Samuel L. Jackson. N. spazierte zu seinem Tisch, sagte drei kreative und witzige Sätze, brachte ihn zum Lachen und kann jetzt laut eigenen Angaben in Frieden sterben. Ich bewunderte meine Kollegin und bedankte mich bei ihr für den tollen Abend. Sie meinte, ab und an präsentierte sich die Stadt eben von seiner besten Seite, damit wir nicht vergessen, wie großartig sie eigentlich sei. Ein klassischer Fall von Only in New Orleans.

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Lesetipp

Ich hab am Blog der Sektion 8 darüber geschrieben, warum alle unbedingt das neue Buch von Barbara Blaha und Sylvia Kuba lesen sollen. „Das Ende der Krawattenpflicht“ ist wirklich toll!

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how can New Orleans be so good?

Ich bin ja nicht unbedingt ein Fisch-Fan. Ich mein, ich esse ihn im Italienurlaub und hin und wieder im Restaurant, aber eigentlich find ich eher das Auslösen lustig als den Geschmack so prickelnd. Allein der Geruch von Fischstäbchen verursacht bei mir Übelkeit, und wenn ich für ein Kilo antibiotikafreien Wolfsbarsch 60 Euro zahlen muss, lass ich es lieber. In New Orleans ist aber alles anders: Erstens gibts hier Fisch und Seafood in unheimlichen Quantitäten (die verwenden hier Shrimps wie wir Zwiebel), und zweitens kennen sie die einzig richtige Zubereitungsart: Das Zeug gehört frittiert. Und so war der frittierte Catfish (Wels) gestern eine einzige Offenbarung. Zart, extrem saftig, knusprig, würzig, frisch. Ich will nie wieder was anderes essen. Britische Fish’n’Chips schmecken im Vergleich dazu wie Fishmac.

Nach diesem extrem befriedigenden Esserlebnis haben K. und ich 5 Dollar Cover-Charge für ein Grayson Capps Konzert investiert. Für die Performance des Blues (?) Sängers hab ich mich natürlich in mein bestes Lumberjack-Shirt geworfen. Es sah an mir in etwa so glaubwürdig aus, wie an dem jungen Chinese American neben mir. Aber hey, es ist Amerika, hier stört das keine_n. Nicht die Horde an 15-cm-high-heels Uptown-Bachelorette-Partygirls, die einen letzten Ausflug auf die Frenchmen unternommen haben, bevor es mit dem reichen Verlobten ernst wird. Nicht die angesoffenen white trash Tussis neben uns, von denen uns eine mit Bud Light in der Hand ausführlich zeigt, wie sehr ihr Jelly shaken kann. Nicht den rundlichen Typen im Batik-Shirt, nicht den exzentrischen Cowboyhut-Träger, nicht die stockbesoffenen Mitvierzigerin, die sich in der ersten Reihe in Trance tanzt.

Und schon gar nicht Grayson Capps. Der stellt sich in aller Ruhe ein Newcastle Brown Ale nach dem anderen rein, sieht aus, als würde demnächst Spanish Moss an seinen Haaren andocken, spricht in einer Sprache, die dem Englischen höchstens noch ähnelt und singt sich mit dem Inbegriff einer rauchigen Blues-Stimme in die so verschiedenen Herzen seines Publikums. In seiner Band finden sich einige look-a-likes: John Frusciante (Bassist), Mark Zuckerberg (am Tenorsax) und Paul Shaffer (Rhytmus-Gitarre). Das Repertoire der Gruppe an bärtigen Männern ist erstaunlich. Nach Blues-Gedudel, Country-Rhytmen und Rock-Getöse kommt auf einmal Frank’n’Furters „Sweet Transvestite“ daher. Capps spielt dabei mit seinen Haaren und räkelt sich am Mikro. Darauf folgt dann wieder ein Lied über den Tod und ein anders über exzessives Saufen.

Und Capps‘ Stimme funktioniert überall. Besonders am Schluss, als er die Schnulzen singt, die John Travolta und Scarlett Johansson in „A Love Song for Bobby Long“ durch New Orleans begleiten. Schließlich ist es auch seine Musik, wegen der man diesen Film ein zweites Mal ansieht. „How can New Orleans be so good?“ – eine wunderschöne rhetorische Frage.

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Liftschlafen.

Dinge, die es in Louisiana nicht gibt: Berge. Schön, dass ich sie zu Weihnachten in Zell am See wieder sehen darf. Natürlich haben wir sie schifahrend erkundet. Am zweiten Schitag am Fuße des Hochkönig holte mich allerdings der Jetlag ein (alle anderen sagen, ich bin einfach eine unverbesserliche Schnarchnase): Am Gabühel-Lift hat mich die Müdigkeit hinterlistig überfallen, ich konnte nichts dagegen unternehmen und bin nach 3 Sesselliftstützen eingeschlafen. D. hat mich geistesgegenwärtig festgehalten und meinen sicheren Rutsch in den Tiefschnee unter den Tragseilen verhindert. Ein wenig ungehalten war ich allerdings, als er mich kurz vorm Ausstieg wieder aufweckte. Dass ich ansonsten eine Ehrenrunde im Zweiersessellift gedreht hätte, war mir, traumhapert wie ich war, natürlich nicht ganz bewusst.

Im Übrigen hat die Schnarchnasen-Theorie leider empirische Evidenz: Der alte Hirschkogel-Zweiersessellift, der Schmäh ohne 25 Minuten dahinzuckerte, um dann die WintersportlerInnen zu U-Hakerln gefroren oben auszuspucken, hat mir auch mal so ein Einschlaf-Schicksal beschert. Allerdings war ich damals acht Jahre alt und diese Geschichte somit irgendwie süß. Das Gabühel-Zweiersessellifterlebnis schrammt dagegen schon ganz schön intensiv an der Peinlichkeits-Leitplanke. Wenigstens bin ich nicht runtergefallen – beide Male nicht.

Sonst war das Schifahren wunderbar (Harald-Serafin-wuünderrrrbarrr):

Unter dem Nebel: Zell am See

Unter der Nebeldecke: Zell am See

Ausblick aus der Sonnenalmgondel

Ausblick aus der Sonnenalmgondel

Unter dem Nebel: Bischofshofen

Unter dem Nebel: Bischofshofen

BERGE!

BERGE!

KASNOCKN!

Kasnockn!

Beim Heimfahren hat D. lieb wie er ist einen Fahrschüler oder eine Fahrschülerin vor sich einordnen lassen. Das Kennzeichen des Autos, das er oder sie unvorstellbar langsam über die Landstraße manövrierte, hat dem Wiener natürlich sehr imponiert des Wieners Vorurteile vom Land natürlich vollständig bestätigt:

Wers nicht lesen kann: ZE BAUA1

Passender Weise heißt die Fahrschule dieser jungen Person „Foaschui“ (Homepage: www.foaschui.at). Provinzcharme? D. war davon nicht ganz überzeugt.

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5 Sachen.

Viele Blogs, die ich gerne lese, funktionieren nach dem Muster „das hab ich heute gemacht“. Klingt eigentlich trottelsicher, aber wenn mensch sich diese Frage mal selbst stellt (ja, was hab ich heute eigentlich gemacht?), zeigen sich die Tücken dabei schnell. Bürotage mit diversen Recherchen, Leerläufen, obsessiven Internet-Surfens und online-Zeitunglesens ergeben nun mal keine lesenswerten Beiträge. Nur interessante Menschen, oder solche, die mit ihren Aktivitäten auch was von sich selbst preisgeben, liest mensch dann regelmäßig gerne. Zwei meiner Lieblingsblogs in der Kategorie sind AbsolutPatrice und FrauLiebe. Letztere macht am Sonntag immer sieben Sachen, und ich hab gedacht, heut häng ich mich da mal an. Bei mir sinds allerdings nur fünf geworden.

„Weihnachtsdekoration“ gemacht – mit Muscheln und Duftkerzen. Nachdem ich diese Supermarkt-Duftteile (Noten: frische Wäsche und „angel irgendwas“) 6 Stunden brennen hab lassen, riecht es bei mir jetzt als hätten rosarote Feen Waschmittel in die Wohnung gekotzt.

Julia Child dabei zugeschaut, wie sie mit ihren Risenhänden fachfrauisch ein Grillendl zubereitet. Diese Frau macht keine Gefangenen. Und bei vielen Dingen hat sie einfach recht, zum Beispiel: „How can a nation be great if its bread tastes like Kleenex?“ – ich stimme vollständig zu.

Mein Essen aufs beschlagene Fenster gemalt. Es gab heut einen kleinen Temperatursturz in New Orleans. Die Fenster sind natürlich kein bisschen wärmegedämmt, und so kann mensch toll zusehen wie bei fallenden Außentemperaturen die Luftfeuchtigkeit im Apartment an das Glas flüchtet. Fast hört mensch ein „swooosh“ wenn das passiert.

Zitrusfrüchte und Äpfel „dekorativ“ arrangiert. Es tut mir leid, ich kann das nicht besser. Die Grapefruits hier sehen zwar nicht ganz pikobello aus, aber ich schwöre, es sind die besten der Welt. Die sind nicht mal bitter. Warum sind Grapefruits bei uns eigentlich immer so bitter? Ist ja kein Wunder, dass die dann kein Mensch mag.

Abgewaschen hab ich dann auch. Mein Apartment hat zwar einen Geschirrspüler, offenbar legen GeschirrspülbauerInnen hierzulande aber keinen besonders großen Wert darauf, dass die tatsächlich das Geschirr sauber machen. Was sie stattdessen tun weiß ich nicht, jedenfalls muss ich alles was im Verschmutzungsgrad ein Wasserglas übersteigt höchstpersönlich schrubben. Zum Glück ist in Amerika aber alles größer – ich präsentiere: Das größte Palmolive der Welt.

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