Archiv der Kategorie: culture

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Autos sind doof!

Untertitel: Warum der Individualverkehr auch für Individuen beschissen ist.

Autos seien der Inbegriff der persönlichen Freiheit, so hört frau. Zumindest ist das oft die Erklärung dafür, warum Menschen lieber Auto fahren als Öffis zu benützen. Wir seien halt nun mal faule Biester, die ihren Arsch so wenig wie möglich bewegen wollen.

Ich lebe seit einigen Monaten in einer amerikanischen Stadt, die sich für ihr öffentliches Verkehrsnetz rühmt. Dieses berühmte öffentliche Verkehrsnetz besteht aus zwei Straßenbahnlinien (früher warens mehr, vermutlich hat die Autolobby wieder mal Straßenbahngleise aus dem Boden gerissen, um den öffentlichen Verkehr zu vernichten.) die im wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammen und gegen die der D-Wagen ein Schnellzug ist. Der Ruhm gründet sich also auf dem reinen Faktum der Existenz zweier Straßenbahnlinien. Busse gibt es auch – gar nicht so wenige, eigentlich, aber das Netz ist viel zu locker, zu niedrig frequentiert und zu wenig vernetzt, um sinnvollen öffentlichen Verkehr gewährleisten zu können.

meine Freiheit, mein Problem

Das Auto also. Dieses Gerät, das einem/einer die Welt zu Füßen legt. Wisst ihr, ich hasse es. Nicht, dass mein Auto jetzt speziell was dafür könnte, aber ich hasse es einfach, in meinen täglichen Wegen auf ein Auto angewiesen zu sein. Wenn es nicht anspringt, habe ich ein Problem. Ich muss mich darum kümmern, ich komme nicht in den Supermarkt oder an irgendeinen Ort außerhalb meiner Fahrrad-Reichweite (dank urban sprawl liegt innerhalb derselben nicht besonders viel.), ich muss den Schaden bezahlen.

Wenn die UBahn ein Problem hat, dann müssen es die Wiener Linien lösen. Ich kann mich im Halbschlaf in die U4 setzen und bis zur Uni noch gut 20 Minuten dösen, Zeitung lesen oder einfach Leute beobachten. Fällt eine Garnitur aus, kommt in fünf Minuten die nächste. Hat mein Zug ein Problem, steig ich bei der nächsten Station aus, wart auf den Ersatzverkehr oder nehme einfach die Straßenbahn oder einen Bus. Kosten tut mich das nichts, außer den Bagatellbetrag Semesterticket (wer mal die Bremsen eines Autos reparieren lassen musste, lernt zu schätzen, wie billig die Öffis in Wien wirklich sind.) Wenn ich mich betrinken gehen will, kann ich mit Öffis zum Lokal fahren und komm meistens auch öffentlich ganz gut wieder heim – die Frage, nach wie vielen Bieren noch verantwortungsvoll ein Auto gesteuert werden kann, stellt sich für öffinutzende WienerInnen damit glücklicherweise einfach nicht.

amerikanische Einsamkeit

Mit der individuellen Freiheit ist es also auch beim Verkehr ein Hund: Negative Seiten gibts zuhauf, und sie fallen meistens nur denen auf, die nicht so viel Geld haben – in dem Fall also kein oder ein altes, klappriges Auto besitzen. Klar stinkts im eigenen Auto meistens nicht nach Kebab und Sommerhitzenachselschweiß (und wenn, dann nur nach dem eigenen), das ist fein, zugegeben. Aber ich finde die Tatsache, dass sich in Wien ein öffentliches Unternehmen meiner Mobilitätsbedürfnisse annimmt schlichtweg genial. Genauso wie ich es genial finde, dass meine Krankenversicherung für die Reparatur eines gebrochenen Beines bezahlt und ich nicht selbst schaun muss, wo ich bleib.

Ich glaub, das ist der Inbegriff der amerikanischen Einsamkeit: selbst schauen müssen, wo mensch bleibt. Fürchterlich.

Autofrei leben ist in New Orleans aber trotzdem mehr als unlustig. Wenn der Weg von A nach B öffentlich um mehr als ein Drittel länger dauert als mit dem Auto, ist für mich einfach die Schmerzgrenze erreicht. Mich freuts es nicht, mehr oder weniger jeden Tag ungemein zur Klimaerwärmung beizutragen, aber anders ist ein halbwegs normales Leben nicht möglich. Mein Fazit aus dieser Erfahrung: Ich will nie wieder in einer Stadt leben, die keinen funktionierenden öffentlichen Personennahverkehr hat. Wiener Linien, I miss u a lot.

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Heimweh nach Italien?

Ich muss hier einen weitverbreiteten Irrtum aufklären: Louisiana ist nicht ein bisschen wie Frankreich, es ist ziemlich genauso wie Italien. Eine kurze Veranschaulichung:

Italien Louisiana
Politik Korrupte Politiker finden viele nicht ganz so schlimm. Beleg: Silvio Berlusconi Korrupte Politiker finden viele nicht ganz so schlimm. Beleg: Eddie Edwards
Esskultur Alles dreht sich ums Essen. Bestes Essen der Welt Alles dreht sich ums Essen. Bestes Essen in den USA (zumindest behaupten sie das, ich kanns nicht falsifizieren)
Religion Katholisch, am Land regiert die Kirche Viele KatholikInnen, am Land regiert die Kirche
Klima Meistens warm Meistens warm

Vier derartig elaborierte Argumente können nicht lügen.

Ungefähr 44 Urlaube meines Lebens hab ich bisher in Italien verbracht, ich liebe das Essen, die Sprache, die Landschaft, die alten Kirchen, das Klima, die Gastfreundschaft, das Meer, den Wein und das Essen. „Un gelato per favore“ war der erste Satz, den ich in einer Fremdsprache sagen konnte. Dass ich manchmal Heimweh nach Italien hab, ist also eigentlich nicht verwunderlich. „Little Italys“, in denen ich meine Sehnsüchte ausleben könnt, gibts in Louisiana nicht – wir sind hier ja schließlich bitte nicht bei den Yankees. Aber nachdem jedes Schlagloch, jedes unisoliert herumhängende Elektrokabel und jedes Fress-Festival ohnehin einen Hauch von „big Italy“ verströmt, ist das nicht so schlimm.

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Im Drugstore.

Außer beim Häuserbauen machen die Amis keine halben Sachen, glaub ich. Kürzlich suchte ich im Drugstore nach irgendwas Fenistil-mäßigen (Ich habe die New Orleaner Moskitos kennen gelernt. Ihre Mission ist es offensichtlich, mich umzubringen.). Geben tuts nur Cortisonsalben, der wichtigste Werbeaufdruck ist „super strong“. Aus irgendeinem unerfindlichem Grund fürchte ich mich vor Cortisonsalben, 20 Minuten des Vormittags hab ich also damit verbracht, die am geringsten dosierte zu finden. Miniklecks auf Mückenstich – als wär nie was passiert.

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new learnings.

1) Weißwein in den USA ist eine schwierige Sache. Kalifornien ist zwar rotweimäßig solide, aber der Weißwein von dort ist richtig eklig. Zumindest der, den ich bislang probiert hab. Chardonnay, Sauvignon Blanc und Moscato schmecken, als hätten die WinzerInnen in jede Flasche einen viertel Liter Hollersirup reingeleert. Weiterlesen

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Überall Musik.

Gestern waren wir bei John Boutté im d.b.a., 5 $ charge – und 2 Stunden einer unglaublich guten Stimme zugehört. Boutté ist sowas wie eine New Orleanser Institution, dass sein „The Treme‘ Song“ als Titelsong für die HBO-Serie ausgewählt wurde, trug dazu natürlich bei (v.a. kommen so auch dahergelaufene Touris wie wir auf die Idee, uns Boutté anzuschauen). Weiterlesen

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Hurricanes.

Irene ist im anrollen. Sie rollt Richtung Ostküste. Irene ist ein Hurricane der Stufe… ja, welcher eigentlich? Stufe 2, sagt das National Hurricane Center. Eingeborene New OrleanserInnen kichern hinter vorgehaltener Hand, wenn sie das hören, glaube ich. Dieser Artikel in der Times-Picayune bestätigt meine These. Ein Schmankerl:

Dear East Coast, consider evacuating to New Orleans. Weiterlesen

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