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not so serious things

Transparenz als soziale Frage

Fast hätt ich den Artikel auch in die ewigen Jagdgründe der unveröffentlichten/unvollständigen Blogartikel geschickt, aber weil offenbar alle im Internet eine Meinung zu folgenden Themen haben, hab ich meine auch aufgeschrieben:

1) Partei-Mitgliedschaft: Jede_r, wie er/sie mag! In einer Partei Mitglied zu sein ist letztlich eine höchstpersönliche Angelegenheit.

2) Transparenz: Das ist genau jene Anforderung, der sich Parteien im „Internet-Zeitalter“ nicht  entziehen können. Eine halbwegs kluge Position zum Urheberrecht kommt da sicher erst an zweiter Stelle – das System Politik zu einem Gläsernen zu machen, an erster. Der Anspruch, dass man sich bezüglich der eigenen Budgets und Netzwerke nicht in die Karten schauen lassen will, wird sich gerade wegen des Internets nicht aufrecht erhalten lassen. Gibt man sein Zeug nicht freiwillig raus, liefert irgendwer Akten an den Falter oder hackt irgendwelche Datenbanken. Und diese Geheimniskrämerei macht ja auch keinen Sinn – damit gewinnt man keine Wahl. Zumindest konnte mir das noch nie wer erklären oder belegen.

3) Punkt 2 ist eine Position, die in der SPÖ nicht mehrheitsfähig ist, im Rest der Bevölkerung aber schon. Darum wird das der SPÖ viele WählerInnenstimmen kosten.

4) Transparenz ist tatsächlich auch für die „Unterschichten“ ein relevanter Punkt. Niki schreibt am Sektionsblog, diese U-Ausschuss-Geschichte befüttere die postdemokratische Spirale von Skandalisierung, Emörpung und Inhaltsentleerung (oder so), und sei im Vergleich zur Euro-Krise, Fiskalpakt etc. in den Auswirkungen für die Lebensrealität der Bevölkerung recht wurscht. Das mag zwar aus einer materialistischen Perspektive heraus stimmen, aber das Spektakel betrifft sie doch, denn: Sozial Schwache gehen seltener wählen als Gebildete, beteiligen sich in geringerem Ausmaß an zivilgesellschaftlichen Initiativen und finden, die PolitkerInnen „da oben“ interessieren sich einen Scheiß für sie sondern richten sich alles so, wie es ihnen am besten passt. Auch deshalb konnte Jörg Haider mit seinem Feldzug gegen Politikerprivilegien Wahlkämpfe gewinnen. Nicht, weil das den tatsächlichen Verhätnissen in der Politik entsprochen hätte. Sondern weil sich eine absteigende Mittelschicht verarscht vorkommt. Die wählte (auch) als Protest blau, zukünftig vielleicht Stronach, und vielfach einfach gar nicht mehr. Es bringt ja eh alles nix, so ihr Eindruck. Vor mir liegt grad das Buch „Entbehrliche der Bürgergesellschaft“ und darin findet sich zum Beispiel so ein Zitat eines sozial Benachteiligten: „Ich halte von den ganzen Parteien nichts. Weil, ich festgestellt habe, vor der Wahl sprechen sie einem das Blaue vom Himmel runter, und wenn sie dann gewählt sind, dann wollen sie davon nichts mehr wissen. Also kannst du alle in einen Sack packen und draufhauen, dann triffst du immer richtig. Taugen alle nichts.“

Das faktische Abdrehen des Korruptions-UAusschusses wird die Schicht also nicht überraschen, sondern in ihren jahrelangen Politik-Verweigerungsstrategien bestärken. Das ist verständlich, führt aber zu einer weiteren Marginalisierung sozial Schwacher in der Politik: Sie gehen nicht wählen, sind damit keine Zielgruppe, mit der man Wahlen gewinnen könnte, und verlieren damit noch mehr an Relevanz. Die Nonchalance, mit der fast alle österreichischen Parteien mit Demokratiedefiziten wie Korruption umgehen, verstärkt den sozialen Graben, den 3 Jahrzehnte Neoliberalismus in unserer Demokratie hinterlassen haben, weiter.

Vielleicht kann man der SPÖ die Transparenz schmackhafter machen, wenn man sie als soziale Frage definiert: Lauter politikverdrossene Arme schaden der Sozialdemokratie. Und es ist die Aufgabe der SPÖ, sich nicht nur sachpolitisch für die einzusetzen, denen es nicht gut geht, sondern ihnen auch Wege zur politischen Beteiligung und Organisation zu zeigen. Den Eintritt in die SPÖ zum Beispiel. Und das wird nur dann möglich sein, wenn jeder Verdacht der Korruption und Klüngelei glaubhaft ausgeräumt wird. Dafür müssen halt auch die „da oben“ in Untersuchungsausschüsse geladen werden.

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Ein Trollgefängnis

Diese Podcasts machen mich urgscheid. Letztens gehört: Carmel Vasiman about Hate Speech and Trolling. Während Carmen Vasimal großartig und toll ist, kann ich das leider von den Interviewern nicht behaupten. Eine von Vasimals Thesen zu Hate Speech im Internet ist folgende: Besonders in sozialen Netzwerken sollten wir das Internet nicht als Medium, sondern als Raum verstehen. Hate Speech bedeutet in dem Sinn also nicht, dass irgendwer anonym einen Kommentar zu einem Thema abgibt und durch das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt ist, einen Menschen zu beleidigen, sondern dass er in einen persönlichen Raum eingreift. Das müsste sowohl konzeptuell als auch legislativ umgesetzt werden. Ein Vergewaltigungskommentar auf einem feministischen Blog ist also keine „freie Meinungsäußerung“, sondern Gewalt. Hier hat sich dann ein Interviewer disqualifiziert, als er meinte, das Internet dürfe doch auf keinen Fall reguliert werden wegen Freiheit und so. Der hat wohl auch noch nie Kommentare wie diesen hier gelesen – wer sowas schreibt, muss zur Verantwortung gezogen werden, finde ich.

Einige deutsche Netzfeministinnen haben hier vor einiger Zeit einfach mal zur Selbsthilfe gegriffen und hatr.org gegründet. Auf der Website werden Tollkommentare anonymisiert gepostet, mensch kann sie dann „facepalmen“, für Hitler- und Nazivergleiche gibts denn Godwinbonus. Die Werbeeinahmen aus den Inseraten werden dann an feministische Projekte gespendet. „Scheiße zu Geld“ ist also wirklich der perfekte Slogan.

hatr.org: scheiße zu geld

Ich bin von hatr.org wirklich fasziniert. Das Projekt zeigt a) dass Hatespeech gegen Frauen im Internet einfach kein isoliertes Einzelphänomen ist, sondern dass so der Kommentaralltag eines Blogs mit feministischen Themen aussieht, bleibt aber b) nicht in der Opferhaltung hängen, sondern macht was draus. Um die Internet-als-Raum These zu benützen: Hier wurde ein Trollgefängnis gebaut. Trollkommentare werden von den Orten, wo sie geschrieben wurden, ins Trollgefängnis transportiert, dort werden sie ausgestellt, gefacepalmed und als das gezeigt, was sie eigentlich sind: Antifeministische Kacke und nicht das Problem einzelner Bloggerinnen. Find ich Spitze.

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Autos sind doof!

Untertitel: Warum der Individualverkehr auch für Individuen beschissen ist.

Autos seien der Inbegriff der persönlichen Freiheit, so hört frau. Zumindest ist das oft die Erklärung dafür, warum Menschen lieber Auto fahren als Öffis zu benützen. Wir seien halt nun mal faule Biester, die ihren Arsch so wenig wie möglich bewegen wollen.

Ich lebe seit einigen Monaten in einer amerikanischen Stadt, die sich für ihr öffentliches Verkehrsnetz rühmt. Dieses berühmte öffentliche Verkehrsnetz besteht aus zwei Straßenbahnlinien (früher warens mehr, vermutlich hat die Autolobby wieder mal Straßenbahngleise aus dem Boden gerissen, um den öffentlichen Verkehr zu vernichten.) die im wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammen und gegen die der D-Wagen ein Schnellzug ist. Der Ruhm gründet sich also auf dem reinen Faktum der Existenz zweier Straßenbahnlinien. Busse gibt es auch – gar nicht so wenige, eigentlich, aber das Netz ist viel zu locker, zu niedrig frequentiert und zu wenig vernetzt, um sinnvollen öffentlichen Verkehr gewährleisten zu können.

meine Freiheit, mein Problem

Das Auto also. Dieses Gerät, das einem/einer die Welt zu Füßen legt. Wisst ihr, ich hasse es. Nicht, dass mein Auto jetzt speziell was dafür könnte, aber ich hasse es einfach, in meinen täglichen Wegen auf ein Auto angewiesen zu sein. Wenn es nicht anspringt, habe ich ein Problem. Ich muss mich darum kümmern, ich komme nicht in den Supermarkt oder an irgendeinen Ort außerhalb meiner Fahrrad-Reichweite (dank urban sprawl liegt innerhalb derselben nicht besonders viel.), ich muss den Schaden bezahlen.

Wenn die UBahn ein Problem hat, dann müssen es die Wiener Linien lösen. Ich kann mich im Halbschlaf in die U4 setzen und bis zur Uni noch gut 20 Minuten dösen, Zeitung lesen oder einfach Leute beobachten. Fällt eine Garnitur aus, kommt in fünf Minuten die nächste. Hat mein Zug ein Problem, steig ich bei der nächsten Station aus, wart auf den Ersatzverkehr oder nehme einfach die Straßenbahn oder einen Bus. Kosten tut mich das nichts, außer den Bagatellbetrag Semesterticket (wer mal die Bremsen eines Autos reparieren lassen musste, lernt zu schätzen, wie billig die Öffis in Wien wirklich sind.) Wenn ich mich betrinken gehen will, kann ich mit Öffis zum Lokal fahren und komm meistens auch öffentlich ganz gut wieder heim – die Frage, nach wie vielen Bieren noch verantwortungsvoll ein Auto gesteuert werden kann, stellt sich für öffinutzende WienerInnen damit glücklicherweise einfach nicht.

amerikanische Einsamkeit

Mit der individuellen Freiheit ist es also auch beim Verkehr ein Hund: Negative Seiten gibts zuhauf, und sie fallen meistens nur denen auf, die nicht so viel Geld haben – in dem Fall also kein oder ein altes, klappriges Auto besitzen. Klar stinkts im eigenen Auto meistens nicht nach Kebab und Sommerhitzenachselschweiß (und wenn, dann nur nach dem eigenen), das ist fein, zugegeben. Aber ich finde die Tatsache, dass sich in Wien ein öffentliches Unternehmen meiner Mobilitätsbedürfnisse annimmt schlichtweg genial. Genauso wie ich es genial finde, dass meine Krankenversicherung für die Reparatur eines gebrochenen Beines bezahlt und ich nicht selbst schaun muss, wo ich bleib.

Ich glaub, das ist der Inbegriff der amerikanischen Einsamkeit: selbst schauen müssen, wo mensch bleibt. Fürchterlich.

Autofrei leben ist in New Orleans aber trotzdem mehr als unlustig. Wenn der Weg von A nach B öffentlich um mehr als ein Drittel länger dauert als mit dem Auto, ist für mich einfach die Schmerzgrenze erreicht. Mich freuts es nicht, mehr oder weniger jeden Tag ungemein zur Klimaerwärmung beizutragen, aber anders ist ein halbwegs normales Leben nicht möglich. Mein Fazit aus dieser Erfahrung: Ich will nie wieder in einer Stadt leben, die keinen funktionierenden öffentlichen Personennahverkehr hat. Wiener Linien, I miss u a lot.

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Questions.

Things I need to remember asking locals as all of my American Football knowledge is based on this movie:

  • Can you live in New Orleans and like a team other than the Saints? (This is just a hypothetical question. I’m not aiming at a social outcast career, I swear. I will get a Saints jacket as soon as the new collection is in.) Weiterlesen

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Wetness.

For the last couple of weeks, I was on summer holiday in the Southwest of France. Planning the trip, one of our requirements was spening a week at a sunny beach to get a tan and relax. Well, we did spend a week at a beach and the trip was lovely, but there was not the humblest sign of sun anywhere. Instead, we were entertained by several variations of rain and wind. Some times simultaneously, sometimes in turns.

I brought home wonderful weather-souvenirs:

  • damp clothes that didn’t dry after laundrying them
  • my USA visa – SOAKED.

Have you ever conducted one of these experiments at school where you paint a spot with a black marker on blotting paper and drip some water on it? A pretty rainbow-colored stain is the result. If you haven’t figured it out yet: When you combine rain and a visa, you get the same effect. The extremely scary picture of me that was printed in my passport is now bright yellow with an interestingly shaped violet border on my forehead. While I do not feel that this disturbs my incredible beauty, I have a slight concern that Homeland Security follows different standards. However, I will have to make a second call to the embassy-hotline (EUR 2,50 per minute is the punishment for getting my passport rained on) and hope they spare me the maximum sentence (getting a new passport, a new visa and some grey hair in exchange for several hundreds of Euros.)

So, back home in my dry, warm and cozy flat, I re-washed the laundry. One thing was not re-washed but washed for the first time: My iPod. Although it is incredibly clean now and smells like lavender, it did not entirely improve. It drowned and stays black and silent. Maybe I should just keep away from water for the next few days.

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low pressure.

English really is a handy language, but when it comes to allegories, I think Germen can keep up quite well.

Fact is, until now I did not find a sufficient translation for the „inneren Schweinehund“. The inner pig-hound (or pig-dog?) is a mean creature. If its host is under sufficient pressure, it sleeps. Occasionally, it awakes at the end of lunch-break and makes you eat two more muffins. When it barks, you get the urge to play biotronic – no use in trying to close the tab until the hound snores again.

Unfortunately, my inner pig-hound had puppies. And the puppies had puppies. I’m hosting a flock of inner pig-hounds right now, and all they to is chasing their tails. How can one keep concentrated while hundreds of inner pig-hounds bark, run around and chase their tails? Well, I can’t. True medication in form of external pressure is not to be expected soon. I’m right now judging my university-deadlines as completely irrelevant as these dogs are planning to take over my whole conciousness. I wish I would stop being a dog-run…

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keine Bagatelle.

Die HochschülerInnenschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien ist fest in der Hand der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft (=AG, die mit dem Regenbogen). In der Universitätsvertretung (Studierendenparlament auf Ebene der einzelnen Hochschule) stellen sie die 2/3 Mehrheit. Die Universitätsvertretung hat laut HochschülerInnenschaftsgeset (HSG) die Aufgabe, Studierende auf Universitätsebene zu vertreten (z.B. bei Verhandlungen mit dem Rektorat oder anderen zentralen Stellen). Dem gegenüber sind Studienvertretungen dafür zuständig, in ihrem Wirkungsbereich (der Studienrichtung) die Studierenden zu vertreten – etwa gegenüber ProgrammdirektorInnen oder Bereichsverantwortlichen für Studienpläne etc.

Wer hat das Recht auf eine eigene Studienrichtungsvertretung?

Das Gesetz regelt diese Frage wie folgt:

§ 17. (1) Für jedes ordentliche Studium, insbesondere auch für Lehramts- und Doktoratsstudien, ist eine Studienvertretung einzurichten. Die Universitätsvertretung kann beschließen, dass Studien zu einer Studienvertretung zusammengefasst werden. Derartige Beschlüsse bedürfen der Zweidrittelmehrheit.

Im Regelfall ist also eine Studienrichtungsvertretung für jedes ordentliche Studium einzurichten. Ein ordentliches Studium erkennt mensch an der eigenen Studienkennzahl. Während also die bestimmten Spezialisierungsmöglichkeiten im Bachelorstudium Wirtschafts- und Sozialwissenschaften als „Studienzweige“ gekennzeichnet sind und trotzdem unter einheitlicher Kennzahl laufen, sind die verschiedenen Master-Programme an der WU im Gegensatz zum „Bachelor für alle“ (Ausgenommen Wirtschaftsrecht – das ist ein eigenes ordentliches Studium) als ORDENTLICHE STUDIENRICHTUNGEN eingerichtet (Finanzwirtschaft und Rechnungswesen, Sozioökonomie, Management, Steuern und Rechnungslegung, Volkswirtschaft und so weiter). Denen gebührt im Normalfall auch eine EIGENE ORDENTLICHE STUDIENRICHTUNGSVERTRETUNG.

Warum erlaubt das HSG, Studienrichtungsvertretungen zusammenzulegen?

Manchmal kann eine Zusammenlegung von Studienrichtungsvertretungen sinnvoll sein. Besonders in der neuen Studienarchitektur bietet sich etwa die Zusammenlegung von Bachelor-, Master- und Diplomstudierenden einer Studienrichtung zu einer Studienrichtungsvertretung an. Beispiel dafür ist etwa die Stv PoWi, die Bachelor-, Master- und Diplomstudierende der Politikwissenschaft gleichzeitig vertritt. Ein Fachbereich, ein Institut, verschiedene Studienpläne, (fast) die selben Probleme – die Zusammenlegung führt in diesem Fall zu effizienter, schlagkräftiger Vertretung.

In der ersten ordentlichen Sitzung der Universitätsvertretung der WU Wien am 15. Oktober im Wintersemester 2010/2011 wurde unter dem Tagesordnungspunkt „Zusammenlegung von Studienrichtungsvertretungen“ folgendes beschlossen (Kopie aus dem Protokoll der Sitzung, nein, ich habe nicht bei der UV gefragt, ob ich den Auszug veröffentlichen darf, aber die Sitzungen sind wenn nicht anders beschlossen ohnehin öffentlich und ich finde, die WU-Studis sollten das auch in der beschlossenen Form lesen:)

ANTRAG Norbert Köck (AG WU):
Folgende Studienvertretungen sollen zur Studienvertretung „Diplomstudien“ zusammengefasst
werden.
– Diplomstudium Betriebswirtschaft
– Diplomstudium Internationale Betriebswirtschaft
– Diplomstudium Volkswirtschaft
– Diplomstudium Wirtschaftswissenschaften: Management Science
– Diplomstudium Wirtschaftswissenschaften: Wirtschaft und Recht
– Diplomstudium Wirtschaftswissenschaften: Sozioökonomie
– Diplomstudium Wirtschaftspädagogik
– Bakkalaureatsstudium Wirtschaftsinformatik
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Folgende Studienvertretungen sollen zur Studienvertretung „Doktorat“ zusammengefasst werden:
– Doktorat der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (2001)
– Doktorat der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (2007)
– Doktorat Wirtschaftsrecht (2005)
– Doktorat Wirtschaftsrecht (2007)
– PhD Finance (2005)
– PhD-Studium Finance (2009)
Folgende Studienvertretungen sollen zur Studienvertretung „Masterstudien
Wirtschaftswissenschaften“ zusammengefasst werden:
– Finanzwirtschaft und Rechnungswesen
– International Management / CEMS
– Management
– Quantitative Finance
– Sozioökonomie
– Strategy, Innovation and Management Control
– Supply Chain Management
– Wirtschaftsinformatik
– Wirtschaftspädagogik (2007)
– Wirtschaftspädagogik (2010)
Folgende Studienvertretungen sollen zur Studienvertretung „Masterstudien“ zusammengefasst
werden:
– Volkswirtschaft (2009)
– Volkswirtschaft (2010)
Folgende Studienvertretungen sollen zur Studienvertretung „Wirtschaftsrecht“ zusammengefasst
werden:
– Bachelorstudium Wirtschaftsrecht (2006)
– Bachelorstudium Wirtschaftsrecht (2009)
– Masterstudium Wirtschaftsrecht (2007)
– Masterstudium Wirtschaftsrecht (2009)
PROTOKOLLIERUNG Jacqueline Lagler (AG WU):
 Nur eine kurz Anmerkung, es kann auch in einer StV Bereiche geben. Man kann dann auch
drinnen sagen, ok gut, der ist zuständig für VW, weil der studiert jetzt VW, der macht BW,
der macht IBW und der macht Wirtschaftsinformatik, das ist möglich. Die Tatsache, dass es
für 100 Leute eine eigene StV gibt, ist ineffizient.
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Peter Schweinberger (AG WU) verlässt die Sitzung um 12:53
ANTRAG Christian Tafart (AG WU):
 Schluss der Rednerliste
Abstimmung: GEG: 3
ENT: 1
PRO: 7
Die Sitzung wird um 12:59 für eine Pause unterbrochen.
Die Sitzung wird um 13:15 wieder aufgenommen.

Wiewohl schon mal zu hinterfragen ist, wie sinnvoll die Zusammenlegung aller Master-Studienrichtungsvertretungen zu einer Hyper-STV ist, geht aus diesem Beschluss klar hervor, dass bis zur letzten Sitzung die Einrichtung einer Master-Studienrichtungsvertretung Volkswirtschaft BESCHLOSSENE SACHE WAR.

In der letzten UV Sitzung ist der AG eingefallen, dass so eine eigene Studienrichtungsvertretung VW, die wie die Studienrichtungsvertretung Doktorat nicht in den Einflussbereich der Aktionsgemeinschaft fällt, ziemlich unbequem ist. Daher wurde ein neuer Beschluss zur Zusammenlegung der Studienrichtungsvertretungen gefasst – die VWlerInnen haben also kein eigene Vertretung mehr.

Dieser strategisch motivierte Schachzug ist keine Bagatelle. Hier wird das Gesetz nicht im Interesse der Vertretung der Studierenden ausgelegt, sondern alle nicht opportunen StudienrichtungsvertreterInnen ihres Wirkungsbereichs beraubt.

Folgende Stellungnahme gibts auf Facebook von Stefan Kilga (Vorsitzender ÖH WU, Aktionsgemeinschaft zur Causa:

Das dreigliedrige System (Bachelor – Master – PhD/Doktorat) und die parallel auslaufenden Diplomstudien haben die Studienstruktur in den letzten Jahren stark verändert. Das beeinflusst auch die Studierendenvertretung.

Um dieser neuen Struktur Rechnung zu tragen, ist es notwendig, auch die Studienvertretungen anzupassen: Die „alten“ Studienvertretungen der auslaufenden Diplomstudien (das sind IBW, BW, WiWi, WiPäd und VW) werden künftig zu einer gemeinsamen Studienvertretung zusammengefasst. Für die wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Masterstudien wird es erstmals eine neue, gemeinsame Vertretung geben.

Was ist der Hintergrund? Die Studiensituation an der WU ist angespannt. Oder um es in anderen Worten zu sagen: Die WU ist am Limit. Unterfinanzierung, Knock-Out Prüfungen und Kürzungen in der Lehre betreffen alle Studierenden gleichermaßen und unabhängig vom gewählten Studium – teilweise sogar massiv. Aus diesem Grund ist jetzt wichtig, auf EINE starke, gebündelte und schlagkräftige Interessenvertretung zu setzen. Mit einer starken, gemeinsamer Basis. Mit dem Anspruch, die Studienqualität zu verbessern und gemeinsam für Fairness im WU-Studium zu kämpfen. Jetzt ist definitiv nicht die Zeit für Experimente.

An der WU studieren aktuell über 26.000 Personen. Auf die Masterstudien, die sich noch im Aufbau befinden, entfällt die zahlenmäßig kleinste Gruppe. Für jede dieser Kleinstgruppen einzelne Vertretungen einzurichten ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll – wenn nicht sogar gefährlich.

Die Behauptung, dass die Studienvertretung Master VW aufgelöst worden sei, ist – zum Glück für alle Volkswirtinnen und Volkswirte – falsch. Es gab bis dato keine eigene Studienvertretung für den Master VW, daher kann eine solche auch nicht aufgelöst werden.

Daher hat die ÖH WU beschlossen, für alle WU-Studierenden gemeinsam mit einer starken, konzentrierten Stimme gegen die gemeinsamen Probleme zu kämpfen.

Herzliche Grüße,
Stefan
lg

Warum sich einige seiner Argumente ad absurdum führen, habe ich oben bereits dargelegt, nur noch ein Kommentar zu Kilgas „ja nicht ausscheren, gemeinsame Vertretung ist stärker“ – Argument:

Die Universitätsvertretung, dessen Vorsitzende Kilga ist, ist für die Vertretung ALLER Studierender verantwortlich. Die Studienrichtungsvertretungen sind für die Vertretung ALLER STUDIERENDER EINER STUDIENRICHTUNG zuständig. Kilga kann also bereits seinen Einigkeits-Wunsch als UV-Vorsitzender ausleben. Studienrichtungs-Arbeit ist für die Aktionsgemeinschaft aber seit jeher ein Fremdwort. Ich habe kürzlich das Diplomstudium Sozioökonomie abgeschlossen, ich weiß, wovon ich rede. Wir waren als Studienrichtung Wirtschaftswissenschaft/Studienzweig Sozioökonomie mit den Studienzweigen Wirtschaft und Recht und Management Science in einer Studienvertretung vereint. In 11 Semestern Studium an der WU habe ich 2 (In Wörtern: Zwei) Mails von „meiner“ Studienrichtungsvertretung bekommen. Beratung? Fehlanzeige. Studienrichtungsspezifische Veranstaltungen? Fehlanzeige. SozÖk-Stammtische wurden von engagierten Einzelpersonen organisiert, die Stv-VW hat das Engagement und Interesse einiger SozÖks aufgefangen. Die Stv VW ist seit 2005 vom VSStÖ und kritischen Unabhängigen dominiert. Sie macht ihre Arbeit gut, bindet alle interessierten in ihre Planung ein, berät, vernetzt, und vertritt die Studierenden mit enormen Engagement. Kilga und seine AG WU vernichten diese Arbeit.

Zum Schluss noch ein Vergleich, das das Ausmaß dieser Frechheit verdeutlicht. Von 2007 bis 2009 hatten die Koalitionsfraktionen an der ÖH Uni Wien (GRAS, VSStÖ und KSV-LiLi) eine Zweidrittel-Mehrheit. Mit dieser hätten ebenso Studienrichtungsvertretungen zusammengelegt werden können. Zum Beispiel hätte den MandatarInnen dieser Exekutivperiode einfallen können, die Studienrichtungsvertretung Rechtswissenschaft (traditionell AG-dominiert) mit einigen traditionell nicht-AG-dominierten Studienrichtungen entsprechender Größe zusammenzulegen. Dann hätte es nicht nur keine konservative Jus-Studienrichtungsvertretung mehr gegeben, es hätte überhaupt keine Studienrichtungsvertretung Jus mehr gegeben. Die UV Uni Wien, jene UV, die von der AG immer als links-linke Chaostruppe bezeichnet wird, hat sich nicht zu solchen Niederungen herabgelassen. Die AG WU, die von sich gerne das Image der professionellen, apolitischen Service-Truppe verbreitet, zeigt, wie tief Interessensvertretungs-Arbeit sinken kann. Dabei vergessen die FunktionärInnen der AG, dass der aus dieser Aktion resultierende Image-Schaden dabei an der ÖH als Interessensvertretung an und für sich hängen bleibt. Jenen, die sagen „wozu haben wir eine Interessensvertretung, wenn sie ihre Energie ohnehin nur in sinnlose Machtspielchen steckt?“, werden hier neue Argumente geliefert. Und das ist ihnen nicht zu verzeihen.

PS: Dienstag Abend Krisenplenum, 18:00 auf der WU. Genauer Ort wird noch auf der Homepage der Stv VW bekannt gegeben.

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