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Wenn zwei eine Reise tun, können sie was erleben.

10 Minuten später als geplant bin ich aus der Arbeit weggesprintet, Daniel und Nora treffe ich am Hauptbahnhof. Der Versuch Reiseproviant zu kaufen scheitert an der langsamsten Ankerfiliale Wiens. Beim Verabschieden erkläre ich Daniel in gewohnt diplomatischer Art dass es eine Frechheit sei, uns alleine fahren zu lassen – ich bin müde, Nora zahnt, es sind 4h30 im Zug. Natürlich ohne Erfolg.

Nora und ich lassen uns neben dem Kinderkino nieder, das Baby raunzt, der Zug steht immer noch. Als er mit 28 Minuten Verspätung endlich ausrollt, hat das Baby bereits das Obstpackerl ausgesaugt – 20 Minuten einfache Beschäftigung sind dahin, bevor wir noch in Meidling sind.

Währenddessen hat sich halb Österreich in diesen Railjet gequetscht, man sieht es daran, dass sich zwei kinderlose Erwachsene zu Noras und meinem Vierer-Platz gesellt haben. Die Frau unterhält Nora lieb, diese hat sich aber zum Ziel gesetzt das MacBook ihres Begleitets vom Tisch zu fegen. Wir sind am Platz gefangen, der Zug ist übervoll.

Am Nachbar-Viererplatz erkämpft sich eine Mama mit einem Vierjährigen und einem Teenager ihre reservierten Plätze. Nach Sankt Pölten setzen wir uns zum kleinen Xaver ins Kinderkino, der BIS SALZBURG EXTREM NETT MIT NORA SPIELT. Er ist meine Rettung in Sachen Babytaiment, dafür schaue ich mit ihm 4x die selbe Kasperl Folge. Ein Hexenkaktus ist der Bösewicht.

Kurz gehen wir zum Platz, bei der Gelegenheit schießt Nora einen Klecks wohl vorbereiteten Hirsekringel-Speichel-Brei auf das schwarze Sakko des MacBook Manns. Ich wische es mit meinem Finger runter, er sagt höflich „macht nichts“. Ich greife in meine Handtasche um festzustellen dass ich das Obstpackerl nicht fest genug zugeschraubt habe und sich das Püree gut auf Geldbörse und Handy verteilt hat. Die Frau reicht mir mit mitleidigem Blick ein Taschentuch.

Irgendwann sagt die Anzeige 5 Minuten bis Salzburg, ich drücke Xavers Mama Nora in die Hand, ziehe die Softshelljacke an, zurre den Rucksack fest, schaue erneut auf die Anzeige – 22 Minuten bis Salzburg. Wir verpassen den Anschlusszug. Ich schwitze. Schließlich versuche ich Nora in den Kinderwagen zu legen, sie brüllt wie am Spieß. Sie schwitzt nämlich auch. 10 Minuten später habe ich Erfolg und wir fahren wirklich in SBG ein, der Teenager sieht mich alleine am Ausgang stehen, kommt her und hilft mir mit Nora raus. 

Mir bleibt nur die S-Bahn. Am Bahnsteig steht ein arabisches Paar ganz verloren. Selamsi? Frage ich. Sie schauen mich eingeschüchtert an, eine Frau legt mir den Arm auf die Schulter: „du schau dass’d dein Zug dawischt, i kümmat mi um de.“ 

Wer kümmert sich um mich? Es folgen 2 Bummelzüge, unterbrochen von einem 30 min Pitstop im wunderschönen Schwarzacher Bahnhof.  Kind wach. Keine Everest Expedition kann anstrengender sein. Irgendwann kommen wir an. Erleichtert lasse ich alles am Wohnzimmerboden meiner Eltern fallen. Dann dämmerts mir – ich muss auch wieder zurück. Drückt mir fest die Daumen für Xaver 2.

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Ich brauche einen Erklärbären.

„Mama, warum haben im Pinzgau so viele den Hofer gewählt? – Ich weiß nicht, aber es ist wohl kompliziert.“

Es habe wohl etwas mit dem Gefühl zu tun, sich von den Snobs in der Stadt abgrenzen zu wollen, tippt Mama. Jetzt habe ich kurz das Gefühl aufklären zu müssen: In Wien leben die meisten AusländerInnen und die meisten Arbeitslosen Österreichs. In meinem Wohnbezirk Neubau gibt’s nicht nur Biosupermärkte sondern Drogendealer, BettlerInnen und eine riesige temporäre Asyl-Unterkunft. Norbert Hofer hat hier unter 20%.

Ich erzähle meinen Wiener FreundInnen immer, dass meine Jugend in Zell am See ziemlich weltoffen war. Schließlich lernt man in einem Tourismusort beim Fortgehen schnell mal wen aus einem anderen Land kennen, und im Sportverein waren ja auch etliche „zuagroaste“. Ganz abgesehen davon wirkt die „Österreich!!“ grölende Wutpartei in einem Ort dessen Wirtschaft zum Großteil von der Urlaubs- und Spendierbereitschaft von AusländerInnen abhängt geradezu grotesk.

Kann mir jemand erklären, was Leute zum Beispiel im Pinzgau so für den Hofer begeistert hat? Gerne auch anonym in den Kommentaren!

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Jungmutterhobbies

– ich stalke auf Instagram Drillingseltern. Das hat für mich ungefähr so einen Thrill wie wenn sich HobbyschifahrerInnen so arge Backcountry-Videos geben oder schwach trainierte LäuferInnen beim Iron man zuschauen. Man weiß ungefähr was die durchmachen aber es ist einfach SO ARG und man fragt sich immer wie die überleben.

– außerdem stalke ich hübsche Instagram-Erstlingsschwangere (nur solche stellen regelmäßig Updates von ihren Babybäuchen samt Outfit Angaben ins Internet), und denke mir bei jedem Foto hämisch „Ihr habt ja keine Ahnung was euch blüht“. Endlose Postings, was man am besten ins Krankenhaus mitnimmt, Millionen Accessoires für das perfekte Babyzimmer… Laut lache ich hinter meinem Smartphone auf. 

– wenn das Baby im Bett ist vergleichen Daniel und ich unsere Handyfotos vom Baby und diskutieren wer die schöneren hat. Dann gehen wir ins Bett und seufzen laut weil das Mäuschen aufwacht (das kommt vom im Elternzimmer schlafen!). Sie plaudert dann eine Stunde, am Ende nehme ich sie fest in die Arme und mache meine Augen zu in der Hoffnung auf Vorbildwirkung. Alle paar Minuten luge ich zu ihr, ihr kleines Gesichtchen im Dunklen nur wenige Zentimeter von meinem entfernt, die Puppenaugen sperrangelweit aufgerissen starrt sie mich wortlos an. Ich mache die Augen wieder zu, frage mich ob sie einen Mord plant. Einige Minuten später schaue ich noch mal, zwei schwarze Knöpfe starren zurück. Sie blinzelt nie. Atmet ruhig. Ich fürchte mich ein bisschen und gebe ihr Bussis auf die Stirn bis unsere Lider beide zufallen. 

Das war jetzt kein Hobby aber es ist letztens passiert und ich wollte es dem Internet erzählen.

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10 days of Rückenschmerzen

Tag 1: Schmerzen

  

Tag 2: Schmerzen. Internet fad.

  

Tag 3: Schmerzen. Das Baby hat mir ins Auge gespuckt

  

Tag 4: Verzweiflung

  

Tag 5: kurze Besserung, aber ich musste das Baby heben. Zurück zum Start.

  

Tag 6: Schmerzen. Face swap runter geladen.

  Tag 7:

  Tag 8: Mama kommt 

  Tag 9: ich bekomm eine Spritze und kann mich mit Polonaise fortbewegen.

  Tag 10: Mama wieder weg. Wie lang geht das noch?

   

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things I’ll miss

Eating great Vietnamese food in hipster dives while watching artsy short-films. Or Game of Thrones.

Fresh, crisp, deep fried seafood.

American microbrews.

Giant Live Oaks.

Fresh local strawberrys in march.

The „fuck it. let’s just do it“ mentality.

That many Americans are the very contrary of stiff and uptight.

Being called sweetheart by strangers in the drug store.

The dedication New Orleanians have for every kind of party. Nothing is average, everything is big, colorful, loud, and drunk.

That so many wonderful people live in this country. I’m happy that I got to know some of them.

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Updates

– I am finally getting a grip on my thesis. Of course, my excessive Internet-consumption harms the process at the moment, but I’m planning on changing this. At least a bit.

– I am very good at losing things. A black jacket is the most recent object that has abandoned me and rebelled against my ownership, and sadly, it was the one with the PRO-GE pin on it. H&M will deliver another black jacket for me, but who will provide the next steelworker-union-devotional-article?

– Parts of my familiy visited me (yay!), together we explored the Bible Belt and beautiful, but also very creepy Natchez. The Turkish countryside might be culturally more familiar to us than southern Mississippi. Never in my entire life have I seen so many dead animals on the roadside, so many churches per mile, or so many rednecks watching air balloons and drinking Bud Light. The country singer at the festival greeted his audience with a hearty „hey y’all, howr’y’all doing y’all?“, his song about his momma being half hippie and his daddy a redneck really moved the crowd. (This is no brilliant joke of mine, the song really exists.) And those antebellum houses and veeeeeeeeery quiet streets? It’s Wisteria Lane, 150 years back. But after I decided to see the trip as sociological research, it was quite alright.

– Fried food in New Orleans is delicious. Though I was sceptical at first, I have to admit, the Deep South knows how to fry its tomatos/shrimp/chicken/oysters/onions/insertwhateveryoulike. Fried stuff here tastes fresh, crispy, spicy and wonderful. Austrian fried food is ususally prepared in oil which is about a week old and tastes accordingly. Fried mushrooms with sauce tartare is likely to be the most disgusting plate you can order at a Viennese Heuriger. But even if it tastes less splendid than New Orleans fried food, I still miss Schnitzel. A little bit, at least.

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Je n’ai pas peur de la route.

New Orleans. Für 10 Monate. Dort sprechen auch ein paar Leute französisch, also:

Je n’ai pas peur de la route
Faudrait voir, faut qu’on y goûte
Des méandres au creux des reins
Et tout ira bien là
Le vent nous portera

Ton message à la Grande Ourse
Et la trajectoire de la course
Un instantané de velours
Même s’il ne sert à rien va
Le vent l’emportera
Tout disparaîtra mais
Le vent nous portera

La caresse et la mitraille
Et cette plaie qui nous tiraille
Le palais des autres jours
D’hier et demain
Le vent les portera

Génetique en bandouillère
Des chromosomes dans l’atmosphère
Des taxis pour les galaxies
Et mon tapis volant dis ?
Le vent l’emportera
Tout disparaîtra mais
Le vent nous portera

Ce parfum de nos années mortes
Ce qui peut frapper à ta porte
Infinité de destins
On en pose un et qu’est-ce qu’on en retient?
Le vent l’emportera

Pendant que la marée monte
Et que chacun refait ses comptes
J’emmène au creux de mon ombre
Des poussières de toi
Le vent les portera
Tout disparaîtra mais
Le vent nous portera

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