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Wem hilft der hohe Ölpreis?

Schaun wir mal, ob ich aus meiner Diplomarbeit was gelernt habe:

Der Ölpreis explodiert – mal wieder. Zuletzt war er 2008 bei einem Rekordhoch von 147 Dollar pro Barrel angekommen, mit der Wirtschaftskrise sank auch der Preis. Beschleunigt durch die politische Instabilität in einigen Förder(Nachbar)ländern steigt der Ölpreis momentan weiter an, der Weg nach oben begann jedoch bereits früher.

Wer bestimmt überhaupt den Ölpreis?

– Der Öl-Terminmarkt. Faktisch ist es ziemlich irrelevant, welches Land tatsächlich wie viel Öl fördert, wer wie viele Lagerbestände aufzuweisen hat und wie viel Raffineriekapazität wo vorhanden ist. Prognosen bestimmter internationaler Institutionen wie der International Energy Agency, der Weltbank (Entwicklung des chinesischen BIPs) und des US Department of Energy (Entwicklung des Individualverkehrs in den USA) sowie die Progonosen einiger Investmentbanken sind für die Preissetzung am Terminmarkt verantwortlich, wie das genau funktioniert, steht z.B. hier. „Market Fundamentals“ wirken also nur vermittelt über die Prognosen dieser Institutionen auf die Preisbildung und nicht als tatsächliche Grundlage. Strange enough. Jetzt meinen sie also: Oh nein, die Unruhen im arabischen Raum bedrohen die Förderung, obwohl das nicht einmal eintreten muss bzw. ein Förderrückgang vielleicht durch die Erhöhung der Fördermenge irgendwo anders ausgegelichen werden könnte, steigt der Preis.

Wem hilft ein hoher Ölpreis?

einigen:

  • Ölkonzernen
  • ölexportierenden Staaten
  • ölfördernden Bundesstaaten in den USA
  • institutuionellen Anlegern, die ihr Geld in Ölkonzernen geparkt haben

außerdem hilft es vielleicht

  • Leuten, die meinen, dass wir unsere Ölabhängigkeit beenden sollten, weil wir uns früher oder später den Rohstoff nicht mehr leisten werden können

oder aber auch

  • Leuten, die meinen, dass die Förderung von „unkonventionellem“ Öl (Öl aus Ölschiefer und Ölsanden, Öl aus Tiefsee-Vorkommen) ausgebaut werden sollte und dass der Umweltschutz hintangestellt werden muss, damit die Versorgung der (westlichen) Welt mit leistbaren fossilen Brennstoffen gesichert werden kann. Sonst geht die Wirtschaft zu Grunde, die Arbeitslosigkeit steigt und Haushalte werden durch hohe Energiepreise enorm belastet.

Jene, denen Umwelt und ein Ausstieg aus fossiler Energie am Herzen liegt, sollten sich also nicht unbedingt über den hohen Ölpreis freuen – über das Argument der Kosten für die Wirtschaft werden oft umweltpolitisch desaströse Maßnahmen gerechtfertigt.

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jetzt neu – mit eigener url!

was für ein kreatives geburtstagsgeschenk das war.

und ja, ich hab den blog sträflich vernachlässigt. vor gefühlten 100 tagen das letzte mal auf twitter geschaut. meinen rss-reader nicht mehr gelesen. ich hatte besseres zu tun – hab ich immer noch, aber nicht mehr so viel davon, vielleicht gibts also bald wieder ein paar einträge.

ja, irgendwie fühlt sich das komisch an. aber der mensch ist ein gewohnheitstier und ich gewöhn mich schon ein, keine sorge.

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in der Wartehalle.

eine unsystematische Meinung zur Causa Studienwahl-Massenfächer-Jobchancen

Publizistik-Studierende sind dumm. Und wer Politikwissenschaften macht, dem/der ist nicht mehr zu helfen. Und diese TheaterwissenschaftlerInnen – wer braucht denn die bitte?

Studierende, die sich a) für eines der so genannten Massenfächer und b) dabei nicht für Wirtschaft oder Jus entscheiden, wird ja landläufig Schwachsinn unterstellt. Sie würden mit ihrer Verlegenheitslösung die Institute unter Druck setzten, obwohl sie das ja nicht einmal wirklich studieren wollen. Und auch wenn sie es studieren, haben sie am Ende einen good-for-nothing Abschluss und brauchen sich nicht aufregen, wenn sie sich mit der Jobsuche schwer tun.

So ungefähr lässt sich die momentane Debatte im Bezug auf Studienwahl – Massenfächer – Arbeitsmarkt nachzeichnen. Die Schuldigen sind schnell identifiziert: Studierende (solche Trotteln, aber wirklich). Und zwei Lösungen sind in Sicht: Nummer eins: Zugangsbeschränkungen. Neben dem Argument der Nicht-Studierbarkeit von Studienrichtungen ob des ungeheuerlichen Ansturms kommt hier immer wieder das „so viele Publizistik-Studis brauchen wir ja nicht“ -Arbeitsmarktargument zum Vorschein. Zugangsbeschränkungen sollen einen arbeitsmarkttechnschen Lenkungseffekt haben.

Lösung Nummer zwei: Bessere Studienwahlberatung. Die neue Wunderwaffe der HochschulpolitikerInnen aller politischen Lager soll das Problem Massenfächer an der Wurzel beheben und derart unorientierte und ziellose Studierende schon vor dem Eintritt in die Hochschule zu zielstrebigen jungen Menschen machen. Weil die studieren ja nur Publizistik, weil sie ihre Möglichkeiten nicht kennen.

Ich bin da ja skeptisch. Erstens find ich es immer absonderlich, wenn Leute, die sich der „unsichtbaren Hand“ verpflichtet fühlen plötzlich von Lenkungsnotwendigkeiten der Studierendenströmen sprechen. Abseits dieser Schizophrenie wird in der Diskussion weder festgehalten, dass unser Arbeitsmarkt mit Sicherheit nicht selbstregulierend funktioniert, oder dass kurzfristige Zulieferungssteuerungsmechanismen (was z. B. arbeitsmarktbezogene Zugangsregelungen wären) einfach nicht besonders sinnvoll (weil kaum planbar) sind.

Auf der anderen Seite glaube ich auch nicht, dass eine verbesserte Studienwahl (und versteht mich nicht falsch, Verbesserungspotential gibts hier auf alle Fälle) das „Massenfächer-Problem“ lösen wird können. Eine gut vorbereitete Studienwahl soll nach Meinung Vieler auf die zukünftige Berufslaufbahn abgestimmt sein.  Jetzt taucht spätestens im 21. Jahrhundert aber insofern ein Orientierungsproblem auf, als 1) zwar die Wirtschaft wächst, die Anzahl der Jobs aber nicht in gleichem Maße, 2) viel mehr Menschen als vor 20 Jahren Matura bzw. einen Hochschulabschluss haben, 3) sich der Arbeitsmarkt sich sowohl in den Jobmöglichkeiten als auch in den Anstellungsformen diversifiziert hat, aber auch 4) prekärer wurde.

Das Versprechen, dass ein Hochschulabschluss sozialen Aufstieg (oder einfach gute Berufsaussichten) mit sich bringt, wird nicht eingehalten. Nichts desto trotz sind jene, die in der Bildungsleiter weiter unten stehen, noch viel mehr am Arsch. Deshalb bleibt den 18 oder 19 Jährigen mit Matura auch heute kaum was anderes übrig, als sich in einem Hochschulstudium zu versuchen.

SchülerInnen (bzw. deren Eltern) lernen sehr früh, dass ohne Bildungstitel gar nichts geht – wer keine Matura machen will, kann sich quasi gleich eingraben. Die Studienwahl, die anschließend getroffen wird, ist prinzipiell ja nicht schlecht vorbereitet, sondern einfach Resultat einer Orientierungslosigkeit. Entweder, Studierende haben bestimmte Berufsfelder mit entsprechendem sozialen Status vor Augen – die rennen den Wirtschaftsunis, juridischen Fakultäten und Medizin-Aufnahmetests ja eh die Türen ein. Alle anderen suchen sich dann halt irgendetwas aus, wovon sie zumindest glauben, dass es ihnen Spaß machen könnte.

Das Studium selbst wird dann in den wenigsten Fällen als fachliche Vorbereitung für einen Beruf gesehen. Vielmehr verschafft es den Studierenden mehr Zeit, sich am Arbeitsmarkt umzusehen, verschiedenen Felder kennen zu lernen, 3, 4, oder 5 Jahre vielleicht den eigenen Interessen wissenschaftlich nachgehen zu können und am Ende mit einem Titel dazustehen.

Wenn mensch sich also grundsätzlich überlegt, warum so viele Studierende Massenfächern belegen, sollte zu Beginn einmal gefragt werden, welche Alternativen für diese Studierenden überhaupt möglich sind. Die Arbeitsmarktsituation sagt „keine“, und das muss in der Diskussion erst mal akzeptiert werden. (Dasselbe mit dem „schneller Studieren“ – Argument. Wer will denn schon, dass die Leute, die grad in der tertiären Ausbildung geparkt sind, schneller auf den Arbeitsmarkt drängen? Jene, die für Arbeitslosenstatistiken verantworltich sind, sicher nicht). Die Unternehmen warten nicht mit offenen Armen auf AbsolventInnen, die Schuld des Versagens am Arbeitsmarktes mit der falschen Studienwahl zu begründen macht es den politisch Verantwortlichen zu leicht.

Wenn also Ulrich Beck (ich weiß, ich weiß, viele von euch finden den doof) sagt, dass Studierende ein bisschen wie Wartende in der Wartehalle eines Geisterbahnhofes sind, hat er damit nicht unrecht. Auf welchem Gleis wir dabei stehen, macht dabei keinen großen Unterschied mehr.

„In nur geringfügiger Übertreibung und Zuspitzung kann man sagen, daß die von Arbeitslosigkeit betroffenen Teilbereiche des Bildungssystems heute mehr und mehr einem Geisterbahnhof gleichen, in dem die Züge nicht mehr nach Fahrplan verkehren. Dennoch läuft alles nach den alten Mustern ab. Wer verreisen will -und wer will schon zu Hause bleiben, wo das Zuhausebleiben Zukunftslosigkeit bedeutet-, muß sich in irgendwelche Warteschlangen zu den Schaltern einreihen, an denen Fahrscheine für Züge vergeben werden, die meist sowieso überfüllt sind oder nichts mehr mit der ausgezeichneten Zielrichung abfahren. Als sei nichts geschehen, verteilen die Bildungsbeamten hinter den Fahrkartenschaltern mit großem bürokratischen Aufwand Fahrkarten ins Nirgednwohin und halten die sich vor ihnen bildende Menschenschlange mit der „Drohung“ in Schach: „Ohne Fahrkarten werdet ihr nie mit dem Zug fahren können!“ und das Schlimme ist, sie haben auch noch recht…!“ (Ulrich Beck, Risikogesellschaft, Franfurt am Main 1986, S. 238)

Vielleicht ist er eher schlechter Poet als Soziologe, aber zumindest der Absatz war recht weitblickend.

Die Studierenden in Massenfächern wissen sehr genau über ihre prekäre Situation bescheid. Sie leben als Studierende von prekären Jobs, und sie wissen, das sich das, wenn sie einmal fertig sind, nicht bedeutend verbessern wird. Dass das aber nicht an ihnen, sondern einer gesellschafltichen Entwicklung liegt, muss in Zukunft deutlicher ausgesprochen werden.

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wenn ich dichten könnte

wär so vieles leicht
an verregneten tagen
bräucht mensch sich nicht zu fragen
was mensch tun sollt

denn an solchen tagen
sind derartige fragen
hundsgemein.

und ich schließ die augen
beginn zu staunen
wie schön es ohne welt ist
wie der regen meine sorgen frisst

bis einer der regen auf meine brille tropft
ich den mantel zuknöpf
und beginn schneller zu gehn.

wenn ich dichten könnte, müsste das alles nicht sein, bild ich mir ein.

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ärger.

sechs phasen des ärgers

ich ärgere mich ja eigentlich ziemlich oft. z.b. über die unfähigkeit von bibliotheken, änderungen in den öffnungszeiten durch andere kanäle als den anschlag an der eingangstüre zu kommunizieren, die frau naturgemäß erst lesen kann, wenn sie vor selbigem steht. (letzte woche passiert). über fehlende kommunikationskompetenzen der meisten menschen, mit denen wirs zu tun haben (17 deka schinken kann ich lassen? – nein, ich brauch nur 10! ok dann pack ichs ihnen jetzt ein). aber ein paar sachen sind schlimmer als andere.

zum beispiel die inkompetenz von unfallambulanzen:

patient kommt, arzt blickt kurz auf den knöchel, schiebt ihn in die eine, dann in die andere richtung, patient sagt „au“. patient wird ins röntgen geschoben, kommt wieder raus. arzt sag: es ist nix gebrochen, auf wiederschaun. patient kann weder stehen noch gehen. bekommt weder krücken verschrieben noch schmerzmittel.
der orthopäde diagnostiziert am nächsten tag einen ganzen und einen halben bänderriss.

anderes beispiel:

unfallbedingt versucht, einen flug zu stornieren. geht nicht. geht nicht? geht nicht. weder eine stornierung, noch eine änderung der reisenden noch eine verschiebung. billigticket = pech gehabt. geld im finanznirvana einer internationalen fluggesellschaft versenkt. und nein, es war nicht sky europe.

umgang mit ärger will also gelernt werden. was zur überwindung definitiv nötig ist, ist ein neuer positiver anreiz. dass der schinken wenigstens dünn geschnitten wurde. dass die bücher ohne schlechtes gewissen noch ein bisschen länger behalten werden können. und dass in boston die blätter im oktober noch viel schöner und bunter sind, als sies jetzt im september gewesen wären. ein neuer luftballon am horizont, quasi.

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sommerkulturkonsum

manchmal erinnere ich mich dunkel daran, dass ich eigentlich ja auch kunstgeschichte studiere. jetzt ging ich wieder mal am institut vorbei, und die sehnsucht nach (visueller) kultur hat mich gepackt, also folgende agenda für die nächste zeit:

hoffentlich bald: Cy Twombly im Mumok

nächste Woche: Die Moderne als Ruine in der Generali Foundation

und dann später mal: body and language in der albertina.

ich werde durchhalten. ein museum nach dem anderen. und über das abenteuer berichten.

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Willkommen in der marvellous Welt des Web 2.0!

… wo jeder Satz eine mögliche Peinlickeit darstellt.  Z.B meine Überschrift – natürlich kann hier keineR willkommengeheißen werden, hier bist du dabei (oder nicht). Ruf ruiniert im ersten Post – sehr gut, dann eben ungeniert weiter.

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