Schlagwort-Archive: Bildungspolitik

Studienabschluss

Wem ich danken muss:

  • Der Mensa für ihr unschlagbares Kaffee und Gugelhupf-Angebot
  • Der WU Verwaltung für ihre Professionalität und ihre studierendenfreundlichen Arbeitsweise
  • Jenen Leuten, die die Studienrichtung Sozioökonomie an der WU ins Leben gerufen haben
  • Jenen Leuten, die das interdisziplinäre Vertiefungsfach heterodoxe Ökonomie ins Leben gerufen haben
  • Dem VSStÖ WU für http://www.wu-network.at – made my ersten Studienabschnitt
  • Meinen StudienkollegInnen
  • Meinen Eltern
  • Nachsichtigen LV-LeiterInnen, die Seminararbeiten auch nach jahrelangen Deadline-Überschreitungen noch angenommen haben
  • Engagierten LV-LeiterInnen, denen es gelang, die Studierenden für Themenbereiche zu begeistern

Wem ich sicher nicht danken muss:

Christoph Badelt. Seine politischen Handlungen, eigentlich die politischen Handlungen der WU-Leitung im Allgemeinen haben meinen Studienerfolg höchstens behindert. Dank ihnen wird es in 10 Jahren nur noch Mainstream-Forschung und Lehre an der WU geben (mensch sieht es an den Altersstrukturen des Lehrkörpers „meiner“ Fächer – ich habe im Laufe meines Studiums genau 2 Lehrende gehabt, die jünger als 40 waren, mensch sieht es daran, dass alle jungen coolen Lehrenden weggehen). Dank ihnen wird die WU zukünfig noch mehr hirnlose BW-Zombies ausbilden und kritisches Denken noch mehr zum Fremdwort an der WU gemacht. Danke für gar nichts.

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Woran man Sexismus erkennt.

Heute am FB-Channel der WU entdeckt: „Tipps: Woran man ein gutes MBA-Programm erkennt“, Presse-Journalistin Andrea Lehky fasste Aussagen von Bodo Schlegelmilch, Dean der WU MBA Academy zusammen. Unter anderem findet sich folgender Absatz:

Wer darf teilnehmen?

Je anspruchsvoller die Zulassungsvoraussetzungen, desto besser das Programm. Es geht um das Niveau der Teilnehmer, ihre Vorbildung, Berufserfahrung, Seniorität, ihren Internationalisierungsgrad. Lernen und Austausch untereinander sind ein wichtiger Teil der Ausbildung. Als Messlatte: Der typische WU MBA- Kandidat ist 38 Jahre alt, männlich (nur 30 Prozent sind Damen) und hat 13 Jahre Berufserfahrung. 60% sind internationale Teilnehmer.

Jetzt bin ich allerdings ein bisschen perplex. Ein guter MBA ist also untrennbar mit dem Niveau der Teilnehmer (ohne Innen?) verbunden, dieses Niveau zeigt sich in den demografischen und biografischen Eigenschaften derselben, die wichtigste: Geschlecht. Wir „Damen“ (ich meine, wer verwendet dieses Wort überhaupt außerhalb von Toilettenkennzeichnungen?) sollten uns also mit unserem Bachelor zufrieden geben und uns den MBA lieber erheiraten. Ich möchte hier keinem/keiner böse Absichten unterstellen, sexistisch handeln aber alle an dieser Story beteiligten (bewusst oder unbewusst ist ja im Endeffekt nebensächlich):

Bodo Schlegelmilch, der die „Norm“ des exzellenten MBA-Studierenden als Mann mittleren Alters festlegt,

Andrea Lehky, die das entweder unkontextualisiert (vielleicht hat Schlegelmilch ja gemeint, die Männerlastigkeit sei ein Problem und sie hat es verschwiegen) oder unkommentiert veröffentlichte,

die WU Wien, die das auf ihrem FB-Channel unkommentiert veröffentlichte und den Studierenden durch die Kommunikation über diesen offiziellen Kanal suggeriert, das sei die Meinung der Uni.

Brrr. Mich schüttelts.

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intellektueller Bankrott.

Auf der Regierungsklausur in Loipersdorf wurde vor einem Monat der Geniestreich der österreichischen Bundesregierung zur Rettung der Staatsfinanzen zusammengeschustert. Der Vortrag an den MinisterInnenrat zeigt, dass die Politik offenbar selbst nicht mehr an ihren Gestaltungswillen glaubt. Wie sonst ist es zu erklären, dass selbst ohne einschneidende Umstrukturierungen des Budgets das Land systematisch zu Grunde gerichtet wird?

Auch das oberflächliche Verfolgen der Berichterstattung zeigt, wie wenig Kreativität, Innovation und politische Auseinandersetzung wirklich in dieses Budget gesteckt wurde. Anfang des Jahres einigte sich die Regierung bereits auf das Ausmaß der Kürzungen, die jedes Ressort treffen musste, auch der 60/40 Schlüssel wurde festgesetzt. Vor Loipersdorf hielten entweder alle Kanäle dicht, oder es war wirklich noch nichts vorverhandelt und die Spiegelressorts schoben in Windeseile einige Zahlen hin und her. Die Qualität des Ergebnisses lässt auf letzteres schließen.

Der Tod kommt in kleinen Schritten.

War zunächst die Kürzung bei der Familienbeihilfe der große Budgetaufreger, vergeht nun kein Tag, an dem nicht neue Grauslichkeiten der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Basisfinanzierung für außeruniversitäre Forschungsinstitute wird gestrichen – damit fallen auch große Summen an EU-Förderung weg, die Institute werden zusperren und die dort beschäftigten vermutlich im Ausland neue Jobs suchen, Österreich möchte hier ja keine AkademikerInnen halten.

Der Zuschuss des Wissenschaftsministeriums zur studentischen Selbstversicherung wird gestrichen – wer nicht bei Angehörigen mitversichert sein kann, zahlt künftig 50 Euro monatlich für die Krankenversicherung. Die finanzielle Unterstützung für Gedenkdiener wird gekürzt, der Staat spart sich damit 92.000 Euro, das entspricht rund 1 1/2 MinisterInnen-Dienstwägen. Auch klassischen Zivildienstorganisationen wird der Zuschuss gekürzt. Das Gerichtsjahr wird auf 5 Monate gekürzt, die Entlohnung für RechtspraktikantInnen um 264 Euro pro Monat gekürzt. Seitens des Ministeriums wird das zynisch begründet: „[…] im ersten Monat seien Rechtspraktikanten noch keine große Hilfe“.

Nicht-Einführung des verpflichtenden Ethik-Unterrichts, Streichung der Maßnahmen gegen Klassenwiederholungen, Hintanstellung von Maßnahmen zur Gleichstellung von beeinträchtigten Menschen, so lesen sich die Spar-Zeilen aus dem Bildungsressort. Mit dem Rasenmäher wird hier die Ausgabenseite gestutzt, ohne auch nur eine Sekunde über die Auswirkungen nachzudenken.

kein Gestaltungswille erkennbar.

Die Familienbeihilfe hätte durchaus reformiert werden können – zum Beispiel, in dem die Beitragspflicht zum FLAF ausgeweitet wird und auch BeamtInnen und Selbstständige einzahlen. Wenn jedes Kind gleich viel wert ist, soll auch jeder Erwachsene einzahlen. Oder ma überlegt sich überhaupt was anderes, um Armutsbekämfpung und die Förderung von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten. Das stand jedoch nicht zur Debatte, stattdessen wurde die sozial völlig unausgewogene, aber leicht administrierbare Senkung der Altersgrenze für die Bezugsberechtigung gewählt. Super.

Hat jedes außeruniversitäre Forschungsinstitut eine Existenzberechtigung? Ich weiß es nicht, Beatrix Karl interessiert es nicht – sie streicht allen ohne vorherige Evaluierung die fixen Zuschüsse und beendet damit ihre Arbeit. Beeindruckend.

Ist das Gerichtsjahr in der Form sinnvoll? Auch das weiß ich nicht, bloß wird durch die Kürzung der Dauer ja nichtmal was eingespart: RechtspraktikantInnen verrichten oftmals die Drecksarbeit an den Gerichten, und das zu unschlagbar billigen Preisen. Wenn keine billigen PraktikantInnen mehr da sind, werden sich die Gerichte andere, besser zu bezahlende Kräfte holen müssen, um ihr Pensum bewältigen zu können. Ziemlich klug, Frau Bandion-Ortner.

Keine drei Tage hat es gedauert, bis die Regierung begonnen hat, zurückzurudern. Einiges sei „nicht bedacht“ worden. Liebe PolitikerInnen, was genau ist noch mal euer Job? Trial and Error? In einem Wochenende die nächsten drei Jahre des Landes festzulegen und dann draufkommen, dass jedes Kind sieht, dass so keine zukunftsgerichtete Politik zu machen ist? Im Nachhinein sagen „aber das haben wir gar nicht gewollt“? Das ist tatsächlich die neue Nummer 1 im Lehrbuch „Wie gewinne ich einen FPÖ-Wahlkampf“.

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alles anzünden.

die uni wien ist nicht nur die größte uni im deutschsprachigen raum, nein, sie ist auch VÖLLIG dysfunktional, was ihren verwaltungapparat angeht. das haus, das verrückte macht, ist ein scheiß dagegen.

aktueller anlass meines grolls:ich bin in meinem zweitstudium über der toleranzzeit (welch wunder) und muss daher dort studiengebühren zahlen. das wollt ich vermeiden und hab einen monat lang versucht, mich dem bachelor-curriculum zu unterstellen aber schließlich aufgegeben. hier eine chronologie des scheiterns:

erste hürde: ein aktuelles zeugnis.

vor einiger zeit hat die uni wien den studierenden ausdrucksterminals zur verfügung gestellt – eine revolutionäre neuerung in diesem schildbürgerInnendorf. 5 an der zahl stehen im hauptgebäude (an der wu gibts davon ungefähr 27, aber mensch will ja nicht zu viel verlangen). dass davon 2 hin sind, versteht sich wohl von selbst. und wer sucht sich wieder den mit der langsamsten schlange aus? genau. vor mir steht eine junge frau, die am ausdrucksterminal beginnt, plötzlich irgendwas in die url-leiste einzutippen (!). im adler-such-system. nach rund 2 minuten ist das geschafft, ein fenster ploppt am bildschirm auf. die frau tippt ihre daten in irgendwelche felder. bloß weiß sie wohl ihre adresse noch nicht auswendig, sie sucht 5 minuten in ihrer tasche nach einem zettel. tippt ihn ab. 7 minuten später polppt ein anderes fenster auf. sie sucht in einer langen, langen liste an links irgendwas. drückt auf irgendwas. „an error has occured“. sie beginnt das spiel von vorne. 15 minuten später beginnt sie das spiel noch mal von vorne. 15 minuten später noch mal, ich wechsle die schlange. nach insgesamt 45 minuten habe ich ein frisches zeugnis in der hand und möchte gerne noch einen automaten kaputt machen. ich verkneifs mir.

zweite hürde: die StudienServiceStelle

gut, grad noch rechtzeitig um während der öffnungszeiten der „StudienServiceStelle“ ins institut geschafft – nomen non est omen, nomen est fahrlässige täuschung. ihr müsst wissen, in der vorlesungsfreien zeit haben die ungefähr 1,5 stunden pro woche parteienverkehr. ich geh ins institut, sag beim info-point, dass ich gern zur studienservicestelle möchte. „homs an tamiin?“ nölt mich der mitarbeiter an. ich verneine perplex – mir war nicht klar, dass ich zur abgabe eines zettels einen termin brauche.“na donn geht oba niix mehr“. ich mache am absatz kehrt und kaufe 300 g schokolade.

dritte hürde: die studienrichtungsvertretung

leider, leider kommt auch sowas manchmal vor. ich schildere per mail (in den semesterferien gibts leider keinen journaldienst. naja, eh wurscht. die erstsemestrigen sollen ruhig ein bisschen selbstständiger werden) der studienrichtungsvertretung mein problem. die reply: liebe eva, mach dir einen termin bei der StudienServiceStelle aus! frau xxx ist zuständig.

vierte hürde: der infopoint

der ist (wie ich schließlich rausgefunden habe) für die terminvergabe bei der StudienServiceStelle zuständig. ich rufe an, schildere mein anliegen und bitte um einen termin bei frau xxx. „an tamiiin woins?“ (ja, bitte) „na sie san jo lustig, wissen sie wos bei uns in der zeit looos iiis?“ (ich kanns mir vorstellen, aber ich brauche bitte trotdem einen termin) „na des woin füüü“ (ich brauche bitte trotzdem einen termin) „na guad, nächste woche um xx“ – ich habs verstanden, sie wollen, dass ich lang genug bettle.

fünfte hürde: die verwaltungsineffizienz, die StudienServiceStelle, der infopoint und die studienrichtungsvertretung

glücklich gehe ich also zu meinem termin in der StudienServiceStelle, werde pünktlich aufgerufen, schildere frau xxx mein problem. sie sieht mich mitleidig an, holt luft und sagt: frau maltschnig, da bin ich leider nicht zuständig. das macht meine kollegin (mit der sie rücken an rücken im 20 quadratmeter büro sitzt). da müssen sie sich leider einen neuen termin bei ihr ausmachen, ich hab mit den sachen gar nix zu tun.

gratulation verwaltungsineffizienz (wer genau hat sich solche abläufe einfallen lassen? wurde die person aus einem kafka-roman geklaut? könnt ihr die in dem fall zurückgeben, bitte?), gratulation StudienServiceStelle (warum darf ich nicht zur anderen frau? sie sitzt doch genau 150 cm entfernt?), gratulation infopoint („nana, des is scho die frau xxx die dafür zuaständig is“), gratulation studienrichtungsvertretung („liebe eva, mach dir einfach einen termin…“) – ich gebe W.O.

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solidarität heißt widerstand!

normalerweise hab ichs ja nicht so mit nullachtfünfzehn-phrasen, heut passen sie aber. weil.

audimax besetzung

seit dem frühen nachmittag ist der audimax der uni wien besetzt – ausgehend von einer initiative der studierenden der akademie der bildenden künste wurde im zug einer demo heute spontan der größte hörsaal wiens zur besetzten zone erklärt. das ist wundervoll! denn erstmals seit langem regt sich bei studierenden wieder das bedürfnis, ihre eigenen anliegen lautstark und gewichtig zu artikulieren.

die novelle des universitätsgesetztes wurde mehr oder weniger still und heimlich während der sommermonate beschlossen – dass dort die möglichkeit eingeräumt wurde, in praktisch allen fächern zugangsbeschränkungen einzuführen, konnte nicht hinreichen kommuniziert werden, um breiten widerstand zu erzeugen. seit mehreren wochen nun erzeugt die presse von wissenschaftsministerium und uniko aber ein bild von universitäten, das einem katastrophenszenario gleicht. oh mein gott, so viele studierende, das GEHT ALLES NICHT, hilfe hilfe, wird da getönt. und die einzig mögliche antwort gebetsmühlenartig in presseaussendungen verwurstet: studiengebühren! zugangsbeschränkungen!

heute wäre der große tag gewesen: hahn hat sich mit einigen rektoren getroffen, um über die eierlegende wollmilchsau zugangsbeschränkungen zu „verhandeln“ (über eine tatsache zu „verhandeln“, die beide seiten aus ideologischen gründen UR SUPER finden ist eigentlich faktisch nicht möglich) – um 18:00 war die pressekonferenz von hahn und badelt. (die ergebnisse hier)

aber wen juckt das jetzt – über 1000 studierende haben die uni zumindest für heute nacht zu ihrem freiraum gemacht. der audimax ist voll von leuten, die es nicht länger hinnehmen wollen, von rektoraten und wissenschaftsministerium wie der letzte dreck behandelt zu werden. sie fordern bessere studienbedingungen, bildung, die nicht dem primat der ökonomischen verwertbarkeit folgt, freien hochschulzugang für alle und gute beschäftigungsverhältnisse für lehrende.

das rektorat der uni wien versucht indessen, die studierenden auseinanderzudividieren. aus dem standard artikel liest mensch folgende aussage einer rektoratssprecherin: „Die StudentInnen sind zwischen verzweifelt und wütend“, berichtet sie, die Telefone in den Beratungsstellen liefen auf Hochtouren. „Wir haben alle Hände voll zu tun, den StudentInnen das zu erklären“. ich bin nicht so naiv zu behaupten, dass alle studierende es super finden, wenn statt ihrer vorlesung ein besetzter hörsaal auf sie wartet.

chuck norris

aber: die studierenden wären in einer vorlesung im AUDIMAX der uni wien gesessen. da gehen meines wissens mehr als 1000 studierende rein (sitzplätze, wohlgemerkt). von solchen vorlesungen hat im normalfall keinE StudentIn was außer rückenschmerzen. Massenabfertigung, keinen Platz in der Lehrveranstaltung kriegen, Knock-Out Prüfungen, schlechte Studienbedingungen – das sind keine individuellen probleme. und die lassen sich auch nicht durch individuell zielstrebiges studieren lösen, sondern nur durch gemeinsames vorgehen.

das rektorat der uni wien versucht mit solchen aussagen die studierenden zu spalten, in die bösen besetzerInnen und die fleißigen, armen, die leider heute nicht lernen können. auch zugangsbeschränkungen erreichen nichts anderes als eine gedankliche einordnung in „ich“  und „die person, die mir meinen platz wegnimmt“

doch nur gemeinsam können wir studierenden eine verbesserung unserer situation erreichen. da hilft weder ellbogentechnik, noch ein, zwei presseaussendungen. unsere probleme lösen politische entscheidungen. und auf die strategie von ministerium und universitätenkonferenz, uns zu erklären, dass nur die besten gut genug für ein hochschulstudium sind, dürfen wir nicht hineinfallen.

deshalb sind tage wie heute wichtig, deshalb bringen gemeinsame proteste was. sie zeigen, dass studierende sich nicht für blöde verkaufen lassen, ideale haben, dafür eintreten und sich dabei den spaß an der sache „hochschulstudium“ nicht nehmen lasen werden. in dem sinn heißt solidarität heute widerstand, in die ubahn setzen und sich im vorübergehend besetztem audimax endlich mal selbstbestimmt auszubreiten.

mehr infos:

www.unbeschraenktstudieren.at – hp des vsstö, die umfassend über zugangsbeschränkungen und das neue universitätsgesetz informiert

www.malen-nach-zahlen.at – die homepage der initative der studierenden an der akademie der bildenden künste

www.freiebildung.at – (studi)-initiative, die sich immer wieder durch aktionen äußert und inhaltliche arbeit zum  thema hochschule macht, aktuell berichtet der blog über die besetzung und darum herum.

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Ausgeränkt.

Das „Times“ – Ranking für Hochschulen ist da. Ein weiteres in der unendlichen Reihe der Reihungen, bei der eine Uni der anderen dann die lange Nase zeigen kann und ein „ich bin besser als ihr“ in Richtung der unteren Plätze nölt.

Nun ist die Uni Wien wie eine Schlammlawine vom Platz 115 auf 132 gerutscht – welch Schmach, welch Schande. Und was sagt Johannes Hahn dazu? Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen! Dann wird alles besser!

Es folgt: die genauere Betrachtung.

Was sind eigentlich die Kriterien dieses Hochschulrankings? derstandard hat das in seinem artikel kurz zusammengefasst, und auch hier ist die „Scorecard“ zu finden.

Die zeigt deutlich: 40% der Bewertung sind daraus entstanden, dass 10000 WissenschaftlerInnen befragt wurden, was ihrer Meinung nach tolle Universitäten sind. Der Rest der Kriterien setzt sich aus Internationalität (wie viele AusländerInnen finden sich bei Lehrenden und Studierenden?), Qualität der Lehre (wie viele Lehrende pro StudentIn) und Forschung und Chancen am Arbeitsmarkt (die Wirtschaft wurde befragt).

Der/die aufmerksame LeserIn wird jetzt sagen: „Und warum sollten Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren die Sache besser machen? Das hat mit den gezogenen Kriterien des Rankings überhaupt nichts zu tun.“ – ja EBEN! Zwischen den Faktoren des Rankings und Studiengebühren/Zugangsbeschränkungen gibt es keine nachvollziehbare Kohärenz!

Und das zeigt auch die Realität: Von den österreichischen Universitäten ist die Uni Wien die größte und diversifizierteste, und sie ist im Gegensatz zu medizinischen Universitäten oder Fachhochschulen in vielen Bereichen nicht zugangsbeschränkt .  Rund 80% der Studierenden dort zahlen keine Studiengebühren. Und bei aller Liebe – weder die Med Unis noch eine beliebige FH hats in die Top 200 geschafft.

Lösungsansätze?

Wie die Unis bei Rankings zukünftig besser abschneiden können weiß ich nicht, ich halt es aber auch nicht für sonderlich zentral. Zuerst bräuchte es eine ernszunehmende Diskussion darüber, welche Maßstäbe an Unis überhaupt anzulegen sind, um sie für „gut“ oder „schlecht“ zu erklären – alleine WissenschaftlerInnen nach ihren Meinungen zu fragen find ich unseriös. Für das österreichische Hochschulwesen gilt nach wie vor: mehr Geld für den tertitären Bereich und ein gemeinsames Schulsystem im primären und sekundären Bereich. Und dann, erst dann diskutieren wir wieder über Rankings.

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