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alles anzünden.

die uni wien ist nicht nur die größte uni im deutschsprachigen raum, nein, sie ist auch VÖLLIG dysfunktional, was ihren verwaltungapparat angeht. das haus, das verrückte macht, ist ein scheiß dagegen.

aktueller anlass meines grolls:ich bin in meinem zweitstudium über der toleranzzeit (welch wunder) und muss daher dort studiengebühren zahlen. das wollt ich vermeiden und hab einen monat lang versucht, mich dem bachelor-curriculum zu unterstellen aber schließlich aufgegeben. hier eine chronologie des scheiterns:

erste hürde: ein aktuelles zeugnis.

vor einiger zeit hat die uni wien den studierenden ausdrucksterminals zur verfügung gestellt – eine revolutionäre neuerung in diesem schildbürgerInnendorf. 5 an der zahl stehen im hauptgebäude (an der wu gibts davon ungefähr 27, aber mensch will ja nicht zu viel verlangen). dass davon 2 hin sind, versteht sich wohl von selbst. und wer sucht sich wieder den mit der langsamsten schlange aus? genau. vor mir steht eine junge frau, die am ausdrucksterminal beginnt, plötzlich irgendwas in die url-leiste einzutippen (!). im adler-such-system. nach rund 2 minuten ist das geschafft, ein fenster ploppt am bildschirm auf. die frau tippt ihre daten in irgendwelche felder. bloß weiß sie wohl ihre adresse noch nicht auswendig, sie sucht 5 minuten in ihrer tasche nach einem zettel. tippt ihn ab. 7 minuten später polppt ein anderes fenster auf. sie sucht in einer langen, langen liste an links irgendwas. drückt auf irgendwas. „an error has occured“. sie beginnt das spiel von vorne. 15 minuten später beginnt sie das spiel noch mal von vorne. 15 minuten später noch mal, ich wechsle die schlange. nach insgesamt 45 minuten habe ich ein frisches zeugnis in der hand und möchte gerne noch einen automaten kaputt machen. ich verkneifs mir.

zweite hürde: die StudienServiceStelle

gut, grad noch rechtzeitig um während der öffnungszeiten der „StudienServiceStelle“ ins institut geschafft – nomen non est omen, nomen est fahrlässige täuschung. ihr müsst wissen, in der vorlesungsfreien zeit haben die ungefähr 1,5 stunden pro woche parteienverkehr. ich geh ins institut, sag beim info-point, dass ich gern zur studienservicestelle möchte. „homs an tamiin?“ nölt mich der mitarbeiter an. ich verneine perplex – mir war nicht klar, dass ich zur abgabe eines zettels einen termin brauche.“na donn geht oba niix mehr“. ich mache am absatz kehrt und kaufe 300 g schokolade.

dritte hürde: die studienrichtungsvertretung

leider, leider kommt auch sowas manchmal vor. ich schildere per mail (in den semesterferien gibts leider keinen journaldienst. naja, eh wurscht. die erstsemestrigen sollen ruhig ein bisschen selbstständiger werden) der studienrichtungsvertretung mein problem. die reply: liebe eva, mach dir einen termin bei der StudienServiceStelle aus! frau xxx ist zuständig.

vierte hürde: der infopoint

der ist (wie ich schließlich rausgefunden habe) für die terminvergabe bei der StudienServiceStelle zuständig. ich rufe an, schildere mein anliegen und bitte um einen termin bei frau xxx. „an tamiiin woins?“ (ja, bitte) „na sie san jo lustig, wissen sie wos bei uns in der zeit looos iiis?“ (ich kanns mir vorstellen, aber ich brauche bitte trotdem einen termin) „na des woin füüü“ (ich brauche bitte trotzdem einen termin) „na guad, nächste woche um xx“ – ich habs verstanden, sie wollen, dass ich lang genug bettle.

fünfte hürde: die verwaltungsineffizienz, die StudienServiceStelle, der infopoint und die studienrichtungsvertretung

glücklich gehe ich also zu meinem termin in der StudienServiceStelle, werde pünktlich aufgerufen, schildere frau xxx mein problem. sie sieht mich mitleidig an, holt luft und sagt: frau maltschnig, da bin ich leider nicht zuständig. das macht meine kollegin (mit der sie rücken an rücken im 20 quadratmeter büro sitzt). da müssen sie sich leider einen neuen termin bei ihr ausmachen, ich hab mit den sachen gar nix zu tun.

gratulation verwaltungsineffizienz (wer genau hat sich solche abläufe einfallen lassen? wurde die person aus einem kafka-roman geklaut? könnt ihr die in dem fall zurückgeben, bitte?), gratulation StudienServiceStelle (warum darf ich nicht zur anderen frau? sie sitzt doch genau 150 cm entfernt?), gratulation infopoint („nana, des is scho die frau xxx die dafür zuaständig is“), gratulation studienrichtungsvertretung („liebe eva, mach dir einfach einen termin…“) – ich gebe W.O.

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ärger.

sechs phasen des ärgers

ich ärgere mich ja eigentlich ziemlich oft. z.b. über die unfähigkeit von bibliotheken, änderungen in den öffnungszeiten durch andere kanäle als den anschlag an der eingangstüre zu kommunizieren, die frau naturgemäß erst lesen kann, wenn sie vor selbigem steht. (letzte woche passiert). über fehlende kommunikationskompetenzen der meisten menschen, mit denen wirs zu tun haben (17 deka schinken kann ich lassen? – nein, ich brauch nur 10! ok dann pack ichs ihnen jetzt ein). aber ein paar sachen sind schlimmer als andere.

zum beispiel die inkompetenz von unfallambulanzen:

patient kommt, arzt blickt kurz auf den knöchel, schiebt ihn in die eine, dann in die andere richtung, patient sagt „au“. patient wird ins röntgen geschoben, kommt wieder raus. arzt sag: es ist nix gebrochen, auf wiederschaun. patient kann weder stehen noch gehen. bekommt weder krücken verschrieben noch schmerzmittel.
der orthopäde diagnostiziert am nächsten tag einen ganzen und einen halben bänderriss.

anderes beispiel:

unfallbedingt versucht, einen flug zu stornieren. geht nicht. geht nicht? geht nicht. weder eine stornierung, noch eine änderung der reisenden noch eine verschiebung. billigticket = pech gehabt. geld im finanznirvana einer internationalen fluggesellschaft versenkt. und nein, es war nicht sky europe.

umgang mit ärger will also gelernt werden. was zur überwindung definitiv nötig ist, ist ein neuer positiver anreiz. dass der schinken wenigstens dünn geschnitten wurde. dass die bücher ohne schlechtes gewissen noch ein bisschen länger behalten werden können. und dass in boston die blätter im oktober noch viel schöner und bunter sind, als sies jetzt im september gewesen wären. ein neuer luftballon am horizont, quasi.

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