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mehr rehgulasch, weniger waldsterben.

letztens musste ich schon schmunzeln: finanzstaatssekretär reinhard lopatka meine, mensch müsse mit diesen finanzmarktregulierungen höllisch aufpassen weil da vertreibe mensch ja das ganze kapital aus österreich. das flüchte dann quasi hinter die staatsgrenze, weil „kapital ist scheu wie ein reh“.

was tun rehe im wald? sie schaun eh liab aus, hüpfen da halt ein bissi herum und FRESSEN. sie FRESSEN KLEINE BÄUME. die BÄUME STERBEN davon. und dann STIRBT DER GANZE WALD. damit das nicht passiert, muss der/die försterIn kraftfutter zufüttern. nur damit die viecher herumhopsen und liab ausschaun. zu viele rehe fressen ganze jungwälder auf. da bleibt nix übrig.

retrospektiv betrachtet also nicht ganz geglückt, dieses sprachliche bild. aber auch anderen leuten ists in erinnerung geblieben. andreas schieder zum beispiel, dem anderen finanzstaatssekretär. der hat den lopatka im profil-streitgespräch drauf angesprochen:

Schieder: […] Dieser Mythos vom scheuen Reh des Kapitals, der jetzt gern von der ÖVP verbreitet wird…
Lopatka: Das ist kein Mythos, sondern Fakt.
Schieder: Investitionsentscheidungen hängen doch von vielen Kriterien ab, von der Qualität des Arbeitskräfteangebots, von der Bildung bis hin zur sozialen Sicherheit und Lebensqualität. Wenn all diese Kriterien stimmen, schreckt eine Börsenumsatzsteuer niemanden ab.

ich sags mal plump: kapital, das scheu wie reh ist, nützt unserer wirtschaft ja sowieso nix. das heißt nämlich, dass es nicht in langfristigen investitionen steckt, sondern entweder in stiftungen parkt oder auf der börse herumhopst. und sobald der jäger mit dem schießgewehr auftaucht das weite sucht (wobei, so weit ist bis liechtenstein ja auch nicht). mir konnte noch keineR erklären, warum es gut für österreich ist, wenn hier ganz viel externes kapital parkt. ich mein, wir besteuern es ja nicht einmal.

eigentlich ein einfacher schluss: rettet das klima! rettet die wälder! tötet die rehe!

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