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Gö, wirklich?

Warum braucht eine Partei 3 Monate, um aus einer Wissenschaftssprecherin eine Wissenschaftsministerin zu machen?

Am Mittwoch wäre es drei Monate geworden, dass Österreich ohne Wissenschaftsminister_in dagestanden wäre. Gio Hahn hat den Ruf aus Brüssel im November erhört und war in den letzten Monaten mit Hearingsvorbereitung beschäftigt – es sei ihm ja vergönnt, sich für einen Beruf auch einmal zu qualifizieren. Währenddessen gähnte in der österreichischen Hochschulpolitik die Leere. Und gähnte, und gähnte, und gähnte. Auch wir gähnten. In den Arbeitsforen des Hochschuldialogs, die Output des öfteren vermissen ließen. Oder während wir dem Fortschritt im österreichischen Hochschulsystem zusahen.

In etwa derselben Geschwindigkeit wie Gras wächst, finden in der ÖVP Entscheidungsfindungsprozesse statt. Schließlich hat sich Josef Pröll durchgerungen, die ÖVP Wissenschaftssprecherin zur neuen Wissenschaftsministerin zu machen. Was muss das auch für eine schwere Entscheidung gewesen sein! 3 ½ Kandidaten (!) sollten sie gehabt haben – einen Rektor mit Grünstich, einen Finanzstaatssekretär mit zweifelhafter Kompetenz und einen Versorgungsposten-Inhaber. Und offenbar eine halbe Wissenschaftssprecherin. Eine schwere Geburt.

Gut, seis drum, die Hoffnung der Politik, dass ohne Verantwortliche, die die Studierendenbewegung angreifen kann, der Protest im Sand verlaufen würde, war ohnehin realitätsfern. Genau an dieser Realität aber wird auch Beatrix Karl zukünftig gemessen werden. So real, wie der Leistungsdruck der auf den Studierenden lastet, die prekären Lebensverhältnisse der Studierenden und die Studienbedingungen vielfach unerträglich sind, wird Karl Lösungen bringen müssen. Lösungen, die zu einem Großteil an einem dicken Batzen Geld, der für die Hochschulen bitter nötig ist hängen.

PS: Wir freuen uns, dass eine Frau dieses strukturell männerdominierte Ressort übernimmt. Wir werden sie nach ihrer Leistung beurteilen, dasselbe wünschen wir uns von allen anderen. Wir wollen kein „sie ist so sozial kompetent“, „sie ist einfühlsamer als ihre Vorgänger“, „sie trägt ein hübsches Kostüm“.  Da geht uns das G’Impfte auf.

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