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kann bitte irgendwer den affen dressieren?

samstag morgen. kaffee, computer, standard lesen. sommergespräch: faymann und resetarits – spannend, denk ich mir.

Es hat mich eine halbe Stunde emotionale Anstrengung gekostet, dieses Interview zu Ende zu lesen. Ich glaube, es gehört zum Miesesten, was ich jemals von Faymann mitbekommen hab. Er versucht Staatsmännisch zu wirken und meint doch tatsächlich, dass sich Österreich die neue Mittelschule derweil nicht leisten kann, weil ma kann ja nicht immer alles auf Pump finanzieren und so. Irgendwer muss doch bitte auf die Budgetdisziplin achten. Und er ist gegen Asylmissbrauch. Nur damit das klar ist. Das mit dem Asyl-Dings ist ja wirklich nur wegen dieser blöden Innenministerin so ungut. Gesetzte ändern? Woher. Und dann erklärt er dem Resetarits, dass wenn der Ostermayer die Asyl-Geschichten über hätte ja das Verhältnis zwischen den NGOs und der Regierung so viel toller wäre.

Auch Maschek haben künftig weniger zu tun in puncto eigene Texte schreiben – den Faymann kann ma im Originalwortlaut kabarettistisch vertonen:

Standard: Herr Resetarits, Sie sind Mitinitiator der Initiative „Machen wir uns stark“. Im Aufruf zur Kundgebung am 18. September heißt es: „Zauderer, Zyniker und Zündler waren lange genug am Wort.“ Wo würden Sie Bundeskanzler Faymann da einordnen?

Resetarits: Wenn ich ihn einordnen muss, bei den Zauderern.

Faymann: Man muss mich aber gar nicht einordnen, oder?

Das „hihihi, grüßgoooooood, grüßgooooooood, hihihi, wieadaschaaaaaun“ hallt schon von ganz allein in meinem Kopf.

Elfriede Jelinek hat scheinbar mal gesagt (ich konnte es leider nicht verifizieren, aber auch wenn sie es nicht gesagt hat, irgendwer hätte den Satz sagen müssen, er ist zu gut): Selbst wenn die SPÖ einen Schimpansen im rosaroten Tütü als Spitzenkandidaten aufstellt, würd ich rot wählen. Der Grundgedanke dieser Aussage ist mir nicht fremd, aber ich habe da eine Bedingung: Kann dieser Affe zumindest abgerichtet werden? Dass einer nicht jedes Mal, wenn ma was vom Afferl liest, gleich übel wird? Ich mein, so grundsätzlich wär ein Affe im Politgeschäft ja eine ziemlich dankbare Option. Da bieten sich tolle Alliterationen an (Primaballerina-Primat, Schimpanse schreckt schmollende Gewerkschaften auf), der Affe könnte gut Kunststücke machen, auf dem einen oder anderen internationalen Event Haarteile oder Geldbörsen mopsen (Schlagzeile: „Österreichs Kanzleraffe bohrt Sarkozy unaufgefordert ins Ohr – Deutschland begrüßt Vorpreschen der Nachbarn“), ich find das hätt was. Aber um so weit zu kommen sollte Faymanns Kabinett vielleicht mal beginnen, Jane Goodalls Aufzeichnungen zu studieren.

Alternativ fänd ich auch einen Funktionstausch zwischen Resetarits und Faymann ganz gut. Nicht weil ich glaub, dass ersterer politisch das kann, was zweiterer nicht schafft, sondern weil ich unbedingt mal Werner Faymann als Moderator von „Trost und Rat“, der Radio-Wien-Emo-Show für alte Leute hören möchte. Oder Werner Faymann ruft einfach öfter mal dort an, das geht natürlich auch.

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