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Liftschlafen.

Dinge, die es in Louisiana nicht gibt: Berge. Schön, dass ich sie zu Weihnachten in Zell am See wieder sehen darf. Natürlich haben wir sie schifahrend erkundet. Am zweiten Schitag am Fuße des Hochkönig holte mich allerdings der Jetlag ein (alle anderen sagen, ich bin einfach eine unverbesserliche Schnarchnase): Am Gabühel-Lift hat mich die Müdigkeit hinterlistig überfallen, ich konnte nichts dagegen unternehmen und bin nach 3 Sesselliftstützen eingeschlafen. D. hat mich geistesgegenwärtig festgehalten und meinen sicheren Rutsch in den Tiefschnee unter den Tragseilen verhindert. Ein wenig ungehalten war ich allerdings, als er mich kurz vorm Ausstieg wieder aufweckte. Dass ich ansonsten eine Ehrenrunde im Zweiersessellift gedreht hätte, war mir, traumhapert wie ich war, natürlich nicht ganz bewusst.

Im Übrigen hat die Schnarchnasen-Theorie leider empirische Evidenz: Der alte Hirschkogel-Zweiersessellift, der Schmäh ohne 25 Minuten dahinzuckerte, um dann die WintersportlerInnen zu U-Hakerln gefroren oben auszuspucken, hat mir auch mal so ein Einschlaf-Schicksal beschert. Allerdings war ich damals acht Jahre alt und diese Geschichte somit irgendwie süß. Das Gabühel-Zweiersessellifterlebnis schrammt dagegen schon ganz schön intensiv an der Peinlichkeits-Leitplanke. Wenigstens bin ich nicht runtergefallen – beide Male nicht.

Sonst war das Schifahren wunderbar (Harald-Serafin-wuünderrrrbarrr):

Unter dem Nebel: Zell am See

Unter der Nebeldecke: Zell am See

Ausblick aus der Sonnenalmgondel

Ausblick aus der Sonnenalmgondel

Unter dem Nebel: Bischofshofen

Unter dem Nebel: Bischofshofen

BERGE!

BERGE!

KASNOCKN!

Kasnockn!

Beim Heimfahren hat D. lieb wie er ist einen Fahrschüler oder eine Fahrschülerin vor sich einordnen lassen. Das Kennzeichen des Autos, das er oder sie unvorstellbar langsam über die Landstraße manövrierte, hat dem Wiener natürlich sehr imponiert des Wieners Vorurteile vom Land natürlich vollständig bestätigt:

Wers nicht lesen kann: ZE BAUA1

Passender Weise heißt die Fahrschule dieser jungen Person „Foaschui“ (Homepage: www.foaschui.at). Provinzcharme? D. war davon nicht ganz überzeugt.

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ein Verkaufsgenie.

Ich habe hier schon einmal die schwiergie Beziehung zwischen P. und seinem Schischuh geschildert. Es ist war so ein geschäumtes Folterding (kauft euch nie ein geschäumtes Folterding), in das ma nur bei Plus 22 Grad reinkommt, sonst ist die Schale zu hart. Für Wintersportgeräte ja eher eine unpraktische Eigenschaft.

Da mein Schuh nach fast 10 Jahren den Geist aufgegeben hatte, zogen wir letztens los, um mir einen neuen zu kaufen, P. kam natürlich mit, nahm sein Folterinstrument mit und fragte, ob da was zu machen sei. „Na, bei denan kennan ma nix doa, oba i moch da a Ongebot“, die prompte Antwort des gerissenen Verkäufers. Er steckte P. und mich in Hauspatschen, die sich auch als Schischuhe eignen und ließ uns damit ein wenig im Geschäft herumspazieren. Die Folterinstrumente würde er behalten – ein genialer Schachzug: So würde sich P. in Zukunft nicht bei jedem Gang in den Keller, der drohenden letzen Ruhestätte der Schaumschuhe, an diese Fehlinvestition in Hartplastik erinnert fühlen und sich im Gegenzug über den enormen (?) Rabatt freuen, den wir bekommen würden. Auf dem Taschenrechner tippte das Verkaufsgenie die Summe des „Ongebots“ ein – „I glab des is a fairer Preis“, P. nickte, wir zogen die Hauspatschen wieder aus, unsere dagegen nahezu ungemütlichen Winterschuhe wieder an, P. gab eine große Summe Plastikgeld aus (wir hatten natürlich auch je noch ein Paar Schisocken um 40 Euro gekauft – ich mein, Socken um 40 Euro?! Dafür blieben wir bei den neuen Schi standhaft, obwohl sich P. wohl demnächst einen zum Ausprobieren abholen wird und wir das für mich angebotene Paar für M. auf die Seite legen haben lassen, ma weiß ja nie, so a Ongebot gibts vielleicht nie wieder.), ich bedankte mich bei P, wir verließen den Schauplatz.

Heute haben wir uns wie Schneekönig und Schneeprinzessin über die neuen Hauspatschen gefreut – ich mein, die taten nicht mal beim ersten Mal fahren weh. Das Verkaufsgenie hat uns also auch einen großartigen Firntag verkauft, und das ist tatsächlich ein außergewöhnliches Ongebot.

Damit in dem Blog mehr Bilder sind, möchte ich diesen Beitrag zusammenhangslos mit dem leckersten Faschingskrapfen der Welt illustrieren (oft kopiert, nie erreicht, hier zu kaufen).

bester Faschingskrapfen der Welt.

Und fürs Post Scriptum:

Könnte die Wintersportartikeldesignindustrie bitte aufhören, GLITZERNDE Damenschischuhe herzustellen? Ich mein, ma siehts zum Glück bei einiger Entfernung nicht, aber ich habe jetzt weiße, GLITZERNDE Schischuhe. Die Alternative wären entweder Rennschischuhschraubstöcke oder Designs à la Arschgeweih gewesen. Muss das sein?

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die perfekte erste palatschinke.

Wer von euch Erfahrung im Palatschinkenkoch-Business hat, der/die weiß, dass die erste nix wird. Die Pfanne ist noch nicht heiß genug, das Handgelenk ein wenig eingerostet, somit ist auch der Versuch des Wendes zum Scheitern verurteilt. Am Ende hat ma dann ein kleines, gelbes, labbriges Etwas, das nicht mal für Frittaten taugt. Nummer 2-15 gelingen dann meistens tadellos.

Ähnlich ist das normalerweise auch beim Schifahren – das erste Mal geht ma, weil ma weiß, dass danach die guten Schitage kommen. Zu Saisonbeginn ist die Katastrophe jedoch vorprogrammiert. Das Zusammenrichten dauert Jahre („Wo sind meine Schisocken, Mama?“ – „Ich weiß es nicht!“ – „Aber die die du anhast schauen aus wie meine!“ – „Ah wirklich? Na vielleicht haben wir ja dieselben…“), die Schihose zwickt. Alleine der obligatorische 10-Euro-Schein und der Labello, die ma in der Schijackentasche immer findet, erhellen diese Momente. Das angeschnäuzte Taschentuch aus der letzten Saison holt eine dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Während Vatern fluchend 4 Paar Schi ins Auto quetscht, versucht meinereiner fieberhaft, die Schischuh-Schnallen zuzukriegen (Knöchelverfettung?). Dafür verzögert Papa später selbst den Projektfortschritt, indem er am Parkplatz schweißgebadet versucht, den Einstieg in seine geschäumten Spezial-Super-Schuhe zu schaffen. Die Viertelstunde warten wird uns mit großartigen akrobatischen Leistungen im Schischuhanziehsport verkürzt. Akustische Untermalung inklusive. Und die Servicefrau gesteht Materialfehler ein („Na jetzt hob i eam versehentlich de dickn Schisockn gebn, mit de schofft eas jo nia eini…)

Währenddessen hat es zu scheien begonnen, wir trampeln zu den Gondeln und fahren dem Nebel entgegen. Das heißt, wir fahren dem Nebel entgegen, nachdem ich meine defekte Key-Card ausgetauscht habe. (Anstellen. Drehkreuz erreichen. Drehkreuz blockieren. Peinlich erröten. Feststellen, dass umdrehen wegen der Menschenmassen unmöglich ist. Den Liftler zu Hilfe rufen. Befreit werden. Dunkelrot anlaufen. Karte umtauschen. Nochmal anstellen.)  Üblicher Weise lichtet sich der Nebel jedenfalls ab 1000 m Seehöhe – heute nicht. Das heißt, es schneit und nebelt auf der ganzen Schmitten, visuelle Unterschiede zwischen Piste und dem Rest der Umgebung gibt es nicht. Endlich oben angekommen hüpfen wir in die Schi und brausen los (Papa), stoßen uns vorsichtig ab und testen unsere Grenzen im 10 km/h-Bereich (der Rest) um festzustellen, dass nach 2 1/2 Schwüngen die Oberschenkel unerträglich brennen. Ein deutscher Tourist fährt uns quer über die Schi um uns anschließend ob unserer Unvorsichtigkeit anzubrüllen. Weil ich vom singenden Holländer mit der neongrünen Ein-Meter-Zipfelmütze, der neben uns die Piste unsicher macht, abgelenkt bin, streckt mich eine kleine Schneewehe darnieder.

Die anschließende Fahrt mit dem Sessellift dauert ein wenig länger als üblich, ein 20-minütiger Stopp auf halber Strecke (der grünhäuptige Holländer hat vergeblich versucht, bei eben diesem Sessellift den Ausstieg ohne Sturz zu schaffen und versperrt mit seinem Schienbeinkopfbruch den Weg) lässt den Rotz in unseren Nasen gefrieren. Die Schneekanone, in dessen Aktionsradius unsere Sesselliftsessel zum Stillstand kam, bläst uns währenddessen Schnee mit der Konsistenz von Schmirgelpapierfetzen ins Gesicht. Wir fahren noch mal runter, die Kinder (also ich) quengeln und wollen nach Hause, aber nichts da. Heute wird jede Sekunde Pistenspaß ausgekostet.

Das Gute: Die Geschichte ist (fast) frei erfunden. Heute hätte auch die erste Palatschinke geklappt, ich schwöre: Das erste Mal Schifahren war AWESOME. Totally AWESOME.

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