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Das hilft uns nicht weiter.

Rudolf Fussis Austrittspamphlet hat am Online-Standard über 600 Postings generiert. Auf meinem politischen Radar ist der höchstens mal als Randfigur in Erscheinung getreten. Seinen Ausführungen zu Folge ist das ein Versäumis meinerseits:

„Was für eine Aufregung. Der böse Fußi, der eh schon überall war, nun in der SPÖ. Für diejenigen, die es nicht wissen:“

„Der Rest ist bekannt: Aus einem Ferienjob in der Lugner City kam ich zu den „Demokraten“ und habe das Volksbegehren gegen Abfangjäger initiiert.“

„Von Gusenbauer war ich im persönlichen Gespräch völlig überrascht. Einnehmend, intellektuell brillant, völlig anders als medial transportiert. Diesem ersten Treffen sollten viele weitere folgen. Und so lernte ich nach und nach alle kennen.“

„“Wirst sehen Rudi, die Abfangjäger sind Geschichte, anders können wir unsere Sozialpolitik gar nicht finanzieren“, meinte Barbara Prammer.“

Das ist also die Geschichte eines enorm wichtigen Querulanten, der in Null Komma Nix Zugang zu den sozialdemokratischen Machteliten bekommen hat, nur um dann von deren fehlender ideologischen Überzeugung seiner Perspektiven beraubt zu werden. Fussi ist es wichtig, dass wir wissen, dass Gusi, Barbara, Laura und Werner wissen, wer er ist. Dass er nicht irgendein dahergelaufener Wirrkopf ist, sondern einer der etliche Termine beim ehemaligen Bundeskanzler hatte. Den er so gut kennen gelernt hat, dass er den Kronenzeitungsbrief als definitiv erratisch einordnen kann. Aber mit der Laura hat er ein ordentliches Hühnchen zu rupfen.

„Dass die Kindersoldaten unter Lauras Kommando scheinbar nichts Besseres zu tun haben als Privataccounts von Parteimitgliedern zu beschnüffeln regt mich nicht wirklich auf.“

Kindersoldaten von Laura. Sag mal gehts eigentlich noch? Twitter. Privataccount? Ich hatte den Eindruck, dass es dem Fussi doch genau darum geht – gelesen zu werden. Und ich kann es verstehen, dass Laura Rudas mit einem Typen, der das über sie schreibt, nichts zu tun haben will:

„Dass Faymann glaubt, die Schweiz sei ein Nato-Mitglied und Rudas keinen Satz sprechen kann, ohne dass man den Wunsch hat Sebastian Kurz möge sie ein bissl integrieren auch nicht.“

Diese dumme Dreckshure kann nicht mal gscheit deitsch. Soll ihr amal der ÖVP-Typ die Wadln viererichtn und zeigen, wo der Hammer hängt.

Komisch, dass diese Kritik nicht zur Parteierneuerung beiträgt.

Szenenwechsel. René Fischer kritisiert Fussis „medienwirksame Darmentleerung“. Des Pudels Kern erwischt aber Fischer auch nicht.

Ich empfinde darüber hinaus aber diese polemischen Äußerungen samt medienwirksamer Darmentleerung als reine Selbstprofilierung. Das ist der gleiche Blödsinn wie so manches Gesetz, das die SPÖ beschließt, aber die anderen sind ja immer böser!!

Ahm. Die ständige Verschärfung des Asyl- und Fremdenrechts in Österreich, die von der gesamten Parteispitze forciert, mitgetragen oder toleriert wird, ist mehr Blödsinn als alles, war Fussi je in seinem Leben schreiben wird.

Und Fischer weiß auch genau, wer uns aus der Krise der Sozialdemokratie führen wird: Karl Marx, der alte Bibelschreiber und Proletarierfänger:

Ein guter, wachsender Kreis muss sich der sozialistischen Bibeln inklusive Karl Marx widmen und mit gutem Beispiel vorangehen, um zu zeigen wie Politik funktioniert und proletarische Massen (wieder) begeistern kann. Zurück in die Zukunft mit dem Linzer Parteipogramm!

Genau das machen wir. In Favoriten im Gemeindebau an Türen klingeln und über die Produktionsverhältnisse predigen. Vielleicht statt dem Wachturm das Manifest zum Verkauf. Warum hat nur bisher keine_r daran gedacht?

Und was wäre eine Replik ohne Sexwitz-Schenkelklopfer frisch aus der untersten Schublade?

Zum Schluss möchte ich Betroffenen ebenfalls den persönlichen Rat an Fußi nahelegen, Viagra zu konsumieren, wenn es Probleme bei der Standhaftigkeit geben soll oder sind wir nur „so“ solidarisch, dass der Weg nur in guten Zeiten gemeinsam beschritten wird? „Freundschaft?!“

Geh schleich di, impotenter Trottel!

Auch komisch, dass das nicht unbedingt zu einer Reideologisierung der Sozialdemokratie führen wird.

Diese Beiträge sind verzichtbar. Sie strotzen vor gekränktem Ego und Sexismus. Sie sind ein weiteres Kapitel im Lehrbuch „Was hemmt parteipolitisches Engagement von Frauen“. Das bringt uns keinen Schritt nach vorn. Hier werden wir bessere Vorschläge hören, da bin ich sicher.

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please…

… fall into oblivion:

Karl Lagerfeld.

Woody Allen.

Charly Sheen.

you make me want to vomit. people who adore you make me want to vomit.

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Woran man Sexismus erkennt.

Heute am FB-Channel der WU entdeckt: „Tipps: Woran man ein gutes MBA-Programm erkennt“, Presse-Journalistin Andrea Lehky fasste Aussagen von Bodo Schlegelmilch, Dean der WU MBA Academy zusammen. Unter anderem findet sich folgender Absatz:

Wer darf teilnehmen?

Je anspruchsvoller die Zulassungsvoraussetzungen, desto besser das Programm. Es geht um das Niveau der Teilnehmer, ihre Vorbildung, Berufserfahrung, Seniorität, ihren Internationalisierungsgrad. Lernen und Austausch untereinander sind ein wichtiger Teil der Ausbildung. Als Messlatte: Der typische WU MBA- Kandidat ist 38 Jahre alt, männlich (nur 30 Prozent sind Damen) und hat 13 Jahre Berufserfahrung. 60% sind internationale Teilnehmer.

Jetzt bin ich allerdings ein bisschen perplex. Ein guter MBA ist also untrennbar mit dem Niveau der Teilnehmer (ohne Innen?) verbunden, dieses Niveau zeigt sich in den demografischen und biografischen Eigenschaften derselben, die wichtigste: Geschlecht. Wir „Damen“ (ich meine, wer verwendet dieses Wort überhaupt außerhalb von Toilettenkennzeichnungen?) sollten uns also mit unserem Bachelor zufrieden geben und uns den MBA lieber erheiraten. Ich möchte hier keinem/keiner böse Absichten unterstellen, sexistisch handeln aber alle an dieser Story beteiligten (bewusst oder unbewusst ist ja im Endeffekt nebensächlich):

Bodo Schlegelmilch, der die „Norm“ des exzellenten MBA-Studierenden als Mann mittleren Alters festlegt,

Andrea Lehky, die das entweder unkontextualisiert (vielleicht hat Schlegelmilch ja gemeint, die Männerlastigkeit sei ein Problem und sie hat es verschwiegen) oder unkommentiert veröffentlichte,

die WU Wien, die das auf ihrem FB-Channel unkommentiert veröffentlichte und den Studierenden durch die Kommunikation über diesen offiziellen Kanal suggeriert, das sei die Meinung der Uni.

Brrr. Mich schüttelts.

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JedeM seine/ihre Mary Poppins

Vorhin hab ich einen Kommentar im Standard gelesen, den ich ganz toll fand. Er weist darauf hin, dass das Skandalisieren von Problemen im Pflege-Bereich (aktuell: Hebammen) eigentlich zu kurz greift, die Krise liegt tiefer: Frauen sollen unter- oder unbezahlt Versorgungsarbeit leisten, eine Organisations- oder Aufgabenprivatisierung des Staates in dem Bereich zwingt Frauen zurück an den Herd, ans Krankenbett, ans Maxi-Cosi.

Ich hab für ein VSStÖ-Seminar mal ne (schlecht animierte) Prezi dazu gemacht und ungefähr ein Gigabyte Material dazu gesammelt – wer Bedarf hat, einfach mailen.

Gedanken hab ich mir natürlich auch gemacht, vor allem über folgende Frage:

Sind Leute, zu denen einmal die Woche eine Reinigungskraft kommt, schlechte Menschen?

Pragmatisch würd ich ein einfaches Kriterium dafür vorschlagen: Sind die Reinigungskräfte voll versichert und ist ihr Gehalt in Ordnung? Wenn ja, dann find ich das nicht verwerflich. Wenn nein, dann eher schon. Auch bei voll versicherten Reinigungskräften bleibt natürlich das grundlegende Problem ungelöst: weibliche, oft schlecht ausgebildete und meist migrantische Arbeitskräfte übernehmen Versorgungsarbeit, die völlig frei von Prestige und Karrieremöglichkeiten ist. Unsere Mütter und Großmütter haben das aber auch gemacht. Und kein Geld dafür bekommen (Sie machen es auch heute noch. Wer ist die billigste Babysitterin der Welt? Genau, die aufopferungsvolle gratis-(Schwieger)Mama). Bezahlt kann diese Arbeit aber zur Unabhängigkeit von Frauen beitragen.

Noch komplizierter wirds bei anderen Fällen. Beispiel: Eine migrantische Frau in Österreich ohne Aufenthaltsgenehmigung versucht zu überleben. Sie putzt bei wohlhabenden weißen Paaren und verdient dafür ein paar Euro schwarz – wie denn auch sonst. Den Markt gibt es, und einen Hauch von Win-Win-Situation kann mensch hier auch nicht verleugnen. Klar kann mensch das Asylrecht kritisieren, prekäre Arbeit ablehen und so weiter. Die Möglichkeit zur informellen Arbeit hilft der Migrantin aber trotzdem, wenn sie ihre Lebensbedingungen dadurch verbessern kann. Eine einfaches Richtig und Falsch gibt es hier einfach nicht.

Faule Staaten.

Allerdings haben einige Staaten mittlerweile diese Versorgungskette als gute Möglichkeit entdeckt, sich ihren Verfplichtungen in der Daseinsvorsorge zu entziehen. Beispiel Italien: Hier gibt es fast keine SeniorInnenheime oder öffentliche Pflegedienste, dafür ungebundene finanzielle Pflegezuschüsse (Pflegegeld), das nach Gutdünken auch in informelle Pflegearbeit gesteckt werden kann. Ohne illegale ArbeiterInnen würde die Altenpflege in Italien sofort den Bach runter gehen. Die Pflegerinnen selbst schicken das Geld meist nach Hause, leben bei den Familien, sprechen kaum Italienisch und haben keine Chance, am formellen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Und die Kirche übernimmt manchmal die Rolle als Vermittlerin dieser „Perlen“. Der Staat sieht zu und amnestiert immer wieder die Beteiligten, für ihn ist das am billigsten.

Diese Perversität in der Behandlung von Migrantinnen ist kaum zu überbieten: Einerseits alle am liebsten sofort abschieben wollen und das von allen Kirchtürmen brüllen, andererseits genau zu wissen, dass es ohne sie nicht mehr geht – wer kümmert sich denn sonst um den bettlägrigen Opa? Na das können die SlowenInnen besonders gut, die haben das im Blut. Solche rassistischen Diskurse weben sich hier immer wieder ein. Im übrigen haben sich mittlerweile auch Staaten die Pflegekräfte exportieren (z.B. Philippinen) dem globalen Versorgungsmarkt angepasst: Dort werden Menschen gezielt als PflegerInnen ausgebildet, um später ins Ausland zu gehen und Devisen zurück zu schicken.

öffentliche Infrastruktur…

Die einzige, aber auch wirklich einzige Möglichkeit, sinnvoll mit Versorungsarbeit umzugehen, ist die öffentliche Bereitstellung der Dienstleistungen. Es braucht genügend mobile Pflegedienste, SeniorInnenheime, Kinderbetreuung für alle Altersstufen, Schulkantinen, die vom Staat bereit gestellt werden. Denn auch der Staat, die OECD, die EU und wer auch immer sonst kann nicht auf der einen Seite eine höhere Frauenerwerbsbeteiligung fordern, und auf der anderen Seite Frauen durch die Rahmenbedingungen (Stichwort: Sparen, bis es quietscht) an den Haushalt ketten. Da muss ma sich irgendwann entscheiden.

… und Arbeitszeitverkürzung. Und dann werden wirs ja sehen.

Einige Versorgungsarbeiten wirds aber immer geben, die der Staat nicht übernehmen kann. Das Klo werden wir uns weiterhin selber putzen müssen. Auch die Unterhosen bringen DurchschnittsverdienerInnen wohl nicht in die Reinigung. Trotzdem scheint es manchmal schon zu viel verlangt, den eigenen Dreck wegzuräumen. Qua gender pay gap geht dann halt mal die Frau Teilzeit arbeiten, weil es sich sonst einfach nicht ausgeht.Irgendwann handeln wir alle nach ökonomischen Zwängen, das ist auch keineM vorzuwerfen. Ich glaube ja, Arbeitszeitverkürzung würde hier die einzige sinnvolle Lösung sein. Und gerade (pro-)feministischen Paare ein wenig auf die Probe stellen – wenn beide 30 Stunden arbeiten, wer putzt dann die Toilette? Wieder Mary Poppins, damit wir uns nicht mehr darüber streiten müssen?

PS: Auch auf die Gefahr hin, mich hier unbeliebt zu machen: Ich glaube Pflegegeld ist nicht die beste sozialpolitische Idee. Lieber SeniorInnenheime und mobile Pflegedienste (viel, viel mehr mobile Pflegedienste). Das schafft öffentliche Jobs, die im Gegensatz zur informellen Pflegearbeit zur Sozialversicherung beitragen. Weniger Loch in der SV-Kassa, weniger Frauen ohne Pensionsanspruch, weniger Schwarzarbeit, mehr Steuern für den Staat.

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Männer, die Frauen hassen.

So, ich bin durch mit der Millennium-Trilogie. Und ich fands großartig. Aber eine Sache ärgert mich:

1) Wenn mensch den schwedischen Titel des ersten Bandes wörtlich auf Deutsch übersetzt, so heißt er  „Männer, die Frauen hassen“. Der deutsche Titel ist „Verblendung“, der englische „The Girl with the Dragon Tattoo“. Männer, die Frauen hassen – darum geht es in den über tausend Seiten Stoff der Trilogie hauptsächlich. Warum wurde dieser Titel nicht übernommen? Hätte sich das Buch dann schlechter verkauft? Hätten sich die Männer, die Frauen hassen, im Buchladen in ihrer Ehre beleidigt gefühlt? Wäre der Krimi nicht mehr als Psycho-Thriller massentauglich vermarktbar gewesen und in der (sehr kleinen) Sparte der feministischen Populärliteratur versunken? Mit einer deutschen Auflage von 100 Stk?

2) Warum kann das Buch in Schweden „Männer, die Frauen hassen“ heißen?  Was ist in Schweden anders?

Vermutlich alles. Dort gibt es einen gut ausgebauten Sozialstaat, der Frauen größtmögliche Spielräume einräumt, weil er sie in ihren persönlichen Rechten weniger an die Familie kettet, als in den meisten anderen Ländern (so stell ich mir das zumindest vor). Und vielleicht darf mensch dort gesellschaftliche Phänomene beim Namen nennen und zum Buchtitel machen: Männer, die Frauen hassen.

Vielleicht hatte Stieg Larsson aber auch nur einen mutigen Verlag, wer weiß.

Verblendung. Was für ein Wortwitz.

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der anti-sexismus und der puritanismus.

vorweg: ich kenne keinen menschen, der hirter-bier trinkt. vielleicht ist es besonders ekelhaft, oder aber besonders unbekannt. letzteres problem scheint mit der neuen kampagne gelöst – die fasstypen, 3 nackte frauen (typen?) mit unterschiedlichen haarfarben, präsentieren seit geraumer zeit die tolle marke. leider hab ich grad kein verlinkbares foto gefunden, aber nicht so schlimm, besondere fans der kampagne können sich das plakat in A2 gratis bei hirter bestellen. oder auch das kampagnen-video dazu ansehen. erinnert vom stil her ein bisschen an das absurde bundesheer-rekrutierungsvideo, oder?

auf der homepage von hirter vernimmt mensch obendrauf eine gemeine drohung:

Mit der modernen, neuen Kampagne beweisen wir aber auch Mut für das Einschlagen neuer Wege, die Bereitschaft für Diskussion und die Auseinandersetzung mit unseren Kunden und Gästen. Deswegen setzen wir auf Gleichberechtigung! Auch Damen trinken unser Bier – weshalb man sich jetzt schon auf die Fortsetzung der Hirter Fasstypen Kampagne freuen kann.

so weit, so business as usual. ich kann mich nicht mehr erinner, über wie viele sexistische dreckskampagnen ich mich in meinem leben schon aufgeregt hab. bipa hat letztens überhaupt mit einem video geworben, dass eine frau zeigt, die gefoltert wird (das video ist leider nicht mehr online).

zwei sachen sind dieses mal aber anders – erstens: es tut wer was dagegen. und die initiative findet auch reges interesse, das freut mich ungemein. wenn mensch von der fpö beschimpft wird, dann macht mensch es richtig.

zweitens: es ärgert mich doch noch irgendwie mehr als sonst. walter gröbchen twittert im bezug auf dieses absurde video:  „Geht politisch überkorrekter Anti-Sexismus Hand in Hand mit einem neuen Puritanismus?“, und: „Um mich nicht mißzuverstehen: die Hirter-Bierwerbung ist nur plump, verklemmt, schlecht. Aber auch unendlich harmlos“. mehrere fehler hier.

erstens: das hirter video ist überhaupt nicht verklemmt.
zweitens: die hirter kampagne (und das video als teil dieses großen ganzen)  ist wohl das paradebeispiel von sexistischer werbung
drittens: leute, die von „politisch überkorrektem anti-seximus“ sprechen, sollten lieber gar nicht von anti-sexismus sprechen. das geht gewaltig schief. und sie stellen sich damit gewaltig ins abseits (vielleicht gehören sie da auch hin).
viertens: nein, anti-sexismus heißt nicht, dass ma sex blöde findet. morgen lernen wir im feminismus-unterricht, wie b-e-a-u-v-o-i-r buchstabiert wird.
fünftens: das für mich auffälligste zeichen dafür, wie sexistisch diese kampagne ist, hat trotzdem noch keineR benannt: der rothaarigen frau fehlt die brustwarze. hier geht es nämlich nicht um sowas wie positive körperlichkeit oder eine aktive weibliche sexualität, sondern um große titten, „perfekte rundungen“, männlichen blick und hypersexualisierte objekte. in dem sinn: sexistische werbung geht hand in hand mit puritanismus.

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ich checks nicht.

wisst ihr, bei manchen dingen im web 2.0 check ichs einfach wirklich nicht.

ich finde, ich bin einigermaßen internetkompetent, lese online-medien sofern ich zeit dafür habe, habe meine blogs auf netvibes in 3 verschiedenen kategorien geordnet und versuche widerwilligst, mich mit twitter (mittels tweet deck) anzufreunden. und fb find ich ja ganz großartig.

was ich nicht verstehe:

1) wie kann wer ernsthaft GERNE twittern? das ist SAUMÄSSIG fad, und wenn es einen ort der billigen web 2.0 selbstdarstellung gibt, ist es dort. bei manchen twitterati frag ich mich ja, wo die die zeit dafür hernehmen. jetzt nicht für ihre „18 aktualisierungen pro tag“, sondern diese informationslawine, die der äther produziert auch noch zu verarbeiten (journalistInnen nehm ich da jetzt mal aus). und wie zum teufel filtert mensch da nach sinnvoll und nicht-sinnvoll? ich hab noch nicht rausgefunden, nach welchen maßstäben tweets zu beurteilen sind. summa sumarum: twitter ist FAD. und wenn leute körperliche entzugserscheinungen kriegen und zu ostern 40 tage twitterfasten machen dann find ich das psychotisch.

2) und dann hab ich (auch aus dem twitter-äther) folgende veranstaltung entdeckt (und dass ich sie erst jetzt entdeckt hab ist vermutlich wieder mal ein zeichen, wie viel unterschied zwischen mir und einem richtigen social media superstar ist). die re:publica in berlin. was eine trekkie convention für trekkies, ist das für blogger. für bloggerinnen nicht, leider. klar tun die auch was für gender und so – es gibt einen ziemlich spannenden track mit allen relevanten deutschsprachigen fem-bloggerinnen, aber sie schaffen es nicht, sich dazu durchzuringen, auf ihrer homepage geschlechtergerechte sprache zu verwenden. sprache schafft realität. wenn das bloggerInnen nicht wissen, wer dann?

und auch der blick auf die speakers list ist ziemlich arg: 118 männer, 34 frauen (ich hab mich sicher ein bisschen verzählt, aber die tendenz ist wohl klar ersichtlich). sich bei so einer veranstaltung darüber zu wundern, dass die blog-charts von männern angeführt werden scheint mir ein bisschen hirnrissig.

3) jetzt hab ich grad vergessen, was ich als 3) schreiben wollte… ich glaub ich wollt mir nur mal generell über die selbstreferentialität dieses social media systems aufegen, wo alle leute schreiben „rassismus ist gemein“ und sich dann wundern, warum die rechten dazugewinnen. weil sie haben sich nix vorzuwerfen, sie haben sich ja gegen rechts engagiert. auf ihrem blog. und überhaupt, diese politkerInnen. hören auf nix, was aus der blogospähre kommt.

meine meinung: ich lese sachen, finde dinge sinnvoll, aber abkaufen tu ich bloggerInnen politische empfehlungen nur, wenn sie das thema auch in echt lebten. sich mit echten menschen unterhalten. vor allem mit solchen, die social media nicht lesen oder aktiv nutzen, weil sie andere probleme im leben haben als „40 tage twitterfasten“.

und noch ein gedanke am ende: wer hat zeit für social media? studis. journis. männer. frauen nicht – deren arbeitswoche hat bis zu 70 stunden (im alter zwischen 30 und 34), während jene von männern in derselben altersgruppe ungefähr 48 ausmacht. und jetzt zählen wir eins und eins zusammen und fragen uns noch mal, warum männer die blog-charts anführen – wer checkts nicht?

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