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Woran man Sexismus erkennt.

Heute am FB-Channel der WU entdeckt: „Tipps: Woran man ein gutes MBA-Programm erkennt“, Presse-Journalistin Andrea Lehky fasste Aussagen von Bodo Schlegelmilch, Dean der WU MBA Academy zusammen. Unter anderem findet sich folgender Absatz:

Wer darf teilnehmen?

Je anspruchsvoller die Zulassungsvoraussetzungen, desto besser das Programm. Es geht um das Niveau der Teilnehmer, ihre Vorbildung, Berufserfahrung, Seniorität, ihren Internationalisierungsgrad. Lernen und Austausch untereinander sind ein wichtiger Teil der Ausbildung. Als Messlatte: Der typische WU MBA- Kandidat ist 38 Jahre alt, männlich (nur 30 Prozent sind Damen) und hat 13 Jahre Berufserfahrung. 60% sind internationale Teilnehmer.

Jetzt bin ich allerdings ein bisschen perplex. Ein guter MBA ist also untrennbar mit dem Niveau der Teilnehmer (ohne Innen?) verbunden, dieses Niveau zeigt sich in den demografischen und biografischen Eigenschaften derselben, die wichtigste: Geschlecht. Wir „Damen“ (ich meine, wer verwendet dieses Wort überhaupt außerhalb von Toilettenkennzeichnungen?) sollten uns also mit unserem Bachelor zufrieden geben und uns den MBA lieber erheiraten. Ich möchte hier keinem/keiner böse Absichten unterstellen, sexistisch handeln aber alle an dieser Story beteiligten (bewusst oder unbewusst ist ja im Endeffekt nebensächlich):

Bodo Schlegelmilch, der die „Norm“ des exzellenten MBA-Studierenden als Mann mittleren Alters festlegt,

Andrea Lehky, die das entweder unkontextualisiert (vielleicht hat Schlegelmilch ja gemeint, die Männerlastigkeit sei ein Problem und sie hat es verschwiegen) oder unkommentiert veröffentlichte,

die WU Wien, die das auf ihrem FB-Channel unkommentiert veröffentlichte und den Studierenden durch die Kommunikation über diesen offiziellen Kanal suggeriert, das sei die Meinung der Uni.

Brrr. Mich schüttelts.

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padam, padam

schallt es in meinem kopf, sobald ich mich konzentrieren soll. padam, padam. alles andere ist interessanter, auch ein blogeintrag ohne zweck und ziel.

im übrigen fahr ich in kürze nach italien, und falls ihr euch fragt, ob es denn dort krisenbedingt auch bald günstige weingüter mit ältlichen weinen für ältliche menschen käuflich zu erwerben gibt, muss ich euch enttäuschen. italien ist höchst verschuldet (115,8%). aber das sind ist es schon lange. und nicht im ausland, sondern bei italienischen banken. die italien im übrigen auch nicht retten musste. sagt die zeit, sagt auch joachim becker, von dem ich euch schon erzählt hatte. die immobilienbesichtigung verschiebe ich also auf in 20 jahren oder so.

und weil das letztes mal so gut funktioniert hat (und ich zu faul zum suchen bin) – hyman minsky experts out there? trottelsichere texte out there? (für alle nicht-ökonomie-nerds: hätten die politikerInnen minsky gelesen, hätten die seit mitte der 1980er gewusst, dass es früher oder später auf den finanzmärkten kräftig kracht und die realwirtschaft mit baden geht. systemimmanente konjunkturzyklen, nennt er das).

und weil ich so unproduktiv bin, werd ich unter dem gelben fransensonnenschirm statt dem neuen missy mag, fantasy-schund, high level sci-fi und seichten krimis wohl minsky-modelle studieren (und dabei bahnhof verstehen). daruf ess ich morgen gleich mal miesmuschelsuppe (10 euro in die schlechte-wortwitz-kassa, ich weiß.)

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alles anzünden.

die uni wien ist nicht nur die größte uni im deutschsprachigen raum, nein, sie ist auch VÖLLIG dysfunktional, was ihren verwaltungapparat angeht. das haus, das verrückte macht, ist ein scheiß dagegen.

aktueller anlass meines grolls:ich bin in meinem zweitstudium über der toleranzzeit (welch wunder) und muss daher dort studiengebühren zahlen. das wollt ich vermeiden und hab einen monat lang versucht, mich dem bachelor-curriculum zu unterstellen aber schließlich aufgegeben. hier eine chronologie des scheiterns:

erste hürde: ein aktuelles zeugnis.

vor einiger zeit hat die uni wien den studierenden ausdrucksterminals zur verfügung gestellt – eine revolutionäre neuerung in diesem schildbürgerInnendorf. 5 an der zahl stehen im hauptgebäude (an der wu gibts davon ungefähr 27, aber mensch will ja nicht zu viel verlangen). dass davon 2 hin sind, versteht sich wohl von selbst. und wer sucht sich wieder den mit der langsamsten schlange aus? genau. vor mir steht eine junge frau, die am ausdrucksterminal beginnt, plötzlich irgendwas in die url-leiste einzutippen (!). im adler-such-system. nach rund 2 minuten ist das geschafft, ein fenster ploppt am bildschirm auf. die frau tippt ihre daten in irgendwelche felder. bloß weiß sie wohl ihre adresse noch nicht auswendig, sie sucht 5 minuten in ihrer tasche nach einem zettel. tippt ihn ab. 7 minuten später polppt ein anderes fenster auf. sie sucht in einer langen, langen liste an links irgendwas. drückt auf irgendwas. „an error has occured“. sie beginnt das spiel von vorne. 15 minuten später beginnt sie das spiel noch mal von vorne. 15 minuten später noch mal, ich wechsle die schlange. nach insgesamt 45 minuten habe ich ein frisches zeugnis in der hand und möchte gerne noch einen automaten kaputt machen. ich verkneifs mir.

zweite hürde: die StudienServiceStelle

gut, grad noch rechtzeitig um während der öffnungszeiten der „StudienServiceStelle“ ins institut geschafft – nomen non est omen, nomen est fahrlässige täuschung. ihr müsst wissen, in der vorlesungsfreien zeit haben die ungefähr 1,5 stunden pro woche parteienverkehr. ich geh ins institut, sag beim info-point, dass ich gern zur studienservicestelle möchte. „homs an tamiin?“ nölt mich der mitarbeiter an. ich verneine perplex – mir war nicht klar, dass ich zur abgabe eines zettels einen termin brauche.“na donn geht oba niix mehr“. ich mache am absatz kehrt und kaufe 300 g schokolade.

dritte hürde: die studienrichtungsvertretung

leider, leider kommt auch sowas manchmal vor. ich schildere per mail (in den semesterferien gibts leider keinen journaldienst. naja, eh wurscht. die erstsemestrigen sollen ruhig ein bisschen selbstständiger werden) der studienrichtungsvertretung mein problem. die reply: liebe eva, mach dir einen termin bei der StudienServiceStelle aus! frau xxx ist zuständig.

vierte hürde: der infopoint

der ist (wie ich schließlich rausgefunden habe) für die terminvergabe bei der StudienServiceStelle zuständig. ich rufe an, schildere mein anliegen und bitte um einen termin bei frau xxx. „an tamiiin woins?“ (ja, bitte) „na sie san jo lustig, wissen sie wos bei uns in der zeit looos iiis?“ (ich kanns mir vorstellen, aber ich brauche bitte trotdem einen termin) „na des woin füüü“ (ich brauche bitte trotzdem einen termin) „na guad, nächste woche um xx“ – ich habs verstanden, sie wollen, dass ich lang genug bettle.

fünfte hürde: die verwaltungsineffizienz, die StudienServiceStelle, der infopoint und die studienrichtungsvertretung

glücklich gehe ich also zu meinem termin in der StudienServiceStelle, werde pünktlich aufgerufen, schildere frau xxx mein problem. sie sieht mich mitleidig an, holt luft und sagt: frau maltschnig, da bin ich leider nicht zuständig. das macht meine kollegin (mit der sie rücken an rücken im 20 quadratmeter büro sitzt). da müssen sie sich leider einen neuen termin bei ihr ausmachen, ich hab mit den sachen gar nix zu tun.

gratulation verwaltungsineffizienz (wer genau hat sich solche abläufe einfallen lassen? wurde die person aus einem kafka-roman geklaut? könnt ihr die in dem fall zurückgeben, bitte?), gratulation StudienServiceStelle (warum darf ich nicht zur anderen frau? sie sitzt doch genau 150 cm entfernt?), gratulation infopoint („nana, des is scho die frau xxx die dafür zuaständig is“), gratulation studienrichtungsvertretung („liebe eva, mach dir einfach einen termin…“) – ich gebe W.O.

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how to referat

mein gesamter 2. studienabschnitt besteht aus prüfungsimmanenten lehrveranstaltungen. das ist einerseits gut, weil wenig massenabfertigung und diskussionen möglich, andererseits schlecht weil zeitbudget naja und viel zu oft miese didaktik.

oft hab ich mich ja schon über die unsitte beschwert, dass lv-leiterInnen sich in einem referatsmarathon durchs semster wälzen, falls es noch nicht durchgedrungen ist: liebe lehrende, das ist KEINE didaktik!

auf der anderen seite hab ich mich fast noch öfter über schlechte referate von studierenden geärgert, in denen kein funken mühe steckte. gut, wenn mensch 7 referate im semester halten muss, nutzt mensch mit der zeit auch ab, aber auch ohne viel  zeitaufwand wär ne mündliche präsentation nicht so schwer zu machen. hier ein paar anregungen für die streberInnen unter uns:

1) es gibt einen grund, warum lv-leiterInnen seminararbeiten VOR dem referatstermin verlangen. nicht nur, dass faule studis wie ich die abgabe dann nicht 5 semester hinauszögern, nein, die inhaltliche vorbereitung auf das referat ist wirklich besser. falls ihr das noch nie gemacht habt, versuchts mal – 100 zu 1.

2) verschiedene präsentationsmedien haben haben unterschiedlichen nutzen. wenn exakt dasselbe im powerpoint, auf den handouts und auf der vortragsunterlage steht, bringt sich die sache wenig. hier ein kleines how-to:

a) powerpoint: gebt den leuten einen grund, hinzusehen! dh, es müssen visuelle anreize geschaffen werden, die am handout nicht gelingen würden und der illustration des gesprochenen dienen (grafiken mit lesbaren beschriftungen, fotos, dokumente…). die keep-it-short-and-simple-regel solle sich eigentlich schon allen eingebrannt haben, aber mensch weiß ja nie, deshalb noch mal: weniger ist mehr. nur was unbedingt zur orientierung da sein muss, kommt ins ppt!

b) vortragsunterlage: die ist fast so wichtig wie der vortrag selbst. da soll abgestimmt auf die folien der kluge input drauf – also hard facts, jahreszahlen, argumente, hintergründe und so weiter. ein spannendes referat beginnt mit der frage „kann ich meinem publikum etwas neues erzählen und beibringen?“ –  und das soll im idealfall dann mit dem gesprochenen wort passieren. ein umfassendes runterbeten des seminararbeits-inhaltes bringt weniger als die auswahl prägnanter beispiele zur illustration des gesamten themas. und genau deshalb taugt auch die vorher geschriebene seminararbeit NICHT als vortragsunterlage. schreibt was neues!

c) handout. völlig unterschätztes medium in der referatsgestaltung. im idealfall ersetzt es für eure faulen zuhörerInnen das mitschreiben, für euer engagiertes publikum lässt es platz zum notieren eigener gedanken/fragen und verfügt über hinweise zu weiterführender literatur. in KEINEM fall ist es der ausdruck der powerpoint-folien.

3) üben! egal, wie oft ihr schon referate gemacht habt, wie sicher ihr frei sprecht, wie gut ihr euch in dem thema auskennt – übt das referat gefälligst, bevor ihr es anderen leuten zumutet! erst im gesprochenen wort stellt sich heraus, ob ihr selbst vor langeweile einschläft oder der aufbau zur vermittlung der inhalte taugt. und ob es nicht doch ein weeeeeenig zu lang ist.

4) haltet euch an zeitbegrenzungen. zum wohle der allgemeinheit. und auch was für lehrende: referate, die länger als 25 minuten dauern, enden für alle beteiligten im 0/8/15 seminar meistens in einer multiplen katastrophe.

klugscheiß ende.

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