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Die Abstellkammer der Macht.

ob die besetzt sei, fragte wer auf twitter.

Ja, ist sie – Aufgrund des Zugangsbeschränkungs-Gesetzesentwurfs des bm:wf (ja, das ist ein schwarzes Ministerium) haben heute einige Studierende die Löwelstraße zum Besetzungsziel auserkoren. Die Geschichte wiederholt sich wie immer.

Kurze Rückblende: Im Jänner 2007 haben wir das auch gemacht. Damals wurde die Agenda der Regierung Gusenbauer präsentiert und mit ziemlicher Vehemenz wieder in Erinnerung gerufen, was Große Koalitionen für Österreich bedeuten. Leute werden für blöd verkauft („Die Studiengebühren wurden abgeschafft“ meinte Gusi in Verweis auf sein Sozialdienst-Modell, das ihm bösen Zungen zufolge im Taxi zur Antritts-Pressekonferenz eingefallen ist), das höchste der Gefühle ist das Erhalten von bereits Erreichtem, doch auch das schafft die Sozialdemokratie ob der „übermächtigen Sachzwänge“ nicht (Beispiel Erbschafts-und Schenkungssteuer). Gestaltungsspielraum hat auch die ÖVP nicht viel, sie ist darauf aber nicht so dringend angewiesen wie die SozialdemokratInnen – konservative Politik bedeutet nun mal, dass alles so bleibt wie es ist. Aber auch da stellt sie sich geschickter an als die SPÖ. Abseits des großkoalitionären Stillstands schießt das dritte Lager in den Umfragewerten nach oben, die Grünen bewegen sich nicht vom Fleck.

Gusenbauer verkaufte die Regierungsbeteiligung der SozialdemokratInnen 2007 jedoch derart dreist als Erfolg, dass sich selbst alteingesessene Parteimitgliedern die Haare im Nacken vor so viel PR-Schleim sträubten. Große Koalitionen waren bestimmt noch nie besonders sexy, Gusenbauer zeigte aber, in welcher Geschwindigkeit ma damit die SPÖ an die Wand fahren kann. Die Parteizentrale wurde damals v.a. von den roten Jugendorgs besetzt, was zumindest für einige Teile der so genannten Parteibasis inhaltlich nachvollziehbar war. Aus der Protestdynamik entwickelten sich langfristigere Initiativen (z.B. Sektion 8, Momentum), die auf verschiedene Art und Weise versuchen, Bewegung in die Sozialdemokratie und ihr gesellschaftliches Umfeld zu bringen.

Jetzt ist die Abstellkammer der Macht wieder besetzt, Grund ist die Zustimmung der SPÖ zu flächendeckenden Zugangsbeschränkungen. Hätte ich eine kleine Schwester, sie dürfte nicht mehr einfach so an der WU studieren. Das ist eine große Frechheit, aber keine große Überraschung. Auch, dass sich die SPÖ weder in Fragen der Vermögensbesteuerung, Schulreform, Transparenzdatenbank (ah, nein, die finden sie ja jetzt super) und der Pflegefinanzierung durchsetzen konnte oder kann, war irgendwo vorhersehbar. Das kürzlich beschlossene Budget reiht sich nahtlos in die Politik der Bundesregierung ein.

Der Sozialdemokratie steht auf Bundesebene ein mehrheitlich Rechtes Parlament gegenüber. Während für die ÖVP durchaus eine Alternative für diese Regierungsform gegeben ist, steht für die Bundespartei eine Koalition mit der FPÖ nicht zur Debatte. So wird Regieren zum Stellungskrieg, wobei das rote Regierungsteam mit dem Rücken zur Wand steht und die Beobachterin das Gefühl hat, dass es dabei gelangweilt in der Nase bohrt. „Das konnten wir halt nicht verhindern“ ist das Motto der Regierung Faymann II. Das ist nicht genug.

Natürlich ist die Volkspartei an der Blockadepolitik mit schuld. Und ich finde auch, dass die Lichtenfelsgasse in der Frage der Zugangsbeschränkungen eher besetzt gehört als die Löwelstraße. Wenn die SPÖ aber genau hinsehen würde, dann wäre folgendes zu erkennen:

Warum wird die Löwelstraße besetzt?
Weil sich auch Studierende gerade von der SPÖ mehr erwarten. Sie ahnen, wofür „sozialdemokratisch“ steht und finden den konstanten Verrat an den Grundwerten beschissen. (Ein bisschen wirkt es, als würde der KonsumentInnenschutz Etikettenschwindel aufdecken.)

Warum wird nicht die Lichtenfelsstraße besetzt?
Von der ÖVP erwartet ma landläufig nix anderes als beschissene Politik. Die ÖVP sagt „wir finden Zugangsbeschränkungen leiwi“, und was macht die SPÖ? Sie sagt nicht „wir finden Zugangsbeschränkungen auch leiwi“ oder „wir haben die Zugangsbeschränkungen mit der ÖVP für einen massiven Ausbau der neuen Mittelschule abgetauscht“ (schön wärs) oder „die ÖVP ist schuld“, sondern sie sagt „da konnten wir halt nix mehr machen“. Oder sie sagt gar nix.

Das Gute: Wenn ich wen enttäuschen kann, dann liegt der Person was an mir, dann hat sie noch Erwartungen in mich. Insofern sollte die SPÖ froh sein, dass überhaupt noch Leute kommen um die Parteizentrale zu besetzen. Mich wundert das ja tatsächlich ein wenig.

Einige Dinge stören mich dann aber doch an der Besetzung: Warum wird ausgerechnet bei Zugangsbeschränkungen die Parteizentrale besetzt, während bei dauernden Verschärfungen des Asylrechts nichts passiert? Warum schaffen Studierende es nicht, auch mal über den Tellerrand ihres eigenen Links-Seins zu blicken und zu sehen, dass ein Auftreten gegen die ÖVP genauso wichtig ist wie Kritik an der Sozialdemokratie? Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen findet nämlich tatsächlich, dass Zugangsbeschränkungen gut sind, AusländerInnen deppert und Vermögenssteuern die rechtschaffenen Häuselbauer treffen. In dieser Zielgruppe betreibt ma mit einer Löwelstraßenbesetzung naturgemäß kein Themen-Lobbying sondern sitzt tatsächlich im Besenkammerl.

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in der Wartehalle.

eine unsystematische Meinung zur Causa Studienwahl-Massenfächer-Jobchancen

Publizistik-Studierende sind dumm. Und wer Politikwissenschaften macht, dem/der ist nicht mehr zu helfen. Und diese TheaterwissenschaftlerInnen – wer braucht denn die bitte?

Studierende, die sich a) für eines der so genannten Massenfächer und b) dabei nicht für Wirtschaft oder Jus entscheiden, wird ja landläufig Schwachsinn unterstellt. Sie würden mit ihrer Verlegenheitslösung die Institute unter Druck setzten, obwohl sie das ja nicht einmal wirklich studieren wollen. Und auch wenn sie es studieren, haben sie am Ende einen good-for-nothing Abschluss und brauchen sich nicht aufregen, wenn sie sich mit der Jobsuche schwer tun.

So ungefähr lässt sich die momentane Debatte im Bezug auf Studienwahl – Massenfächer – Arbeitsmarkt nachzeichnen. Die Schuldigen sind schnell identifiziert: Studierende (solche Trotteln, aber wirklich). Und zwei Lösungen sind in Sicht: Nummer eins: Zugangsbeschränkungen. Neben dem Argument der Nicht-Studierbarkeit von Studienrichtungen ob des ungeheuerlichen Ansturms kommt hier immer wieder das „so viele Publizistik-Studis brauchen wir ja nicht“ -Arbeitsmarktargument zum Vorschein. Zugangsbeschränkungen sollen einen arbeitsmarkttechnschen Lenkungseffekt haben.

Lösung Nummer zwei: Bessere Studienwahlberatung. Die neue Wunderwaffe der HochschulpolitikerInnen aller politischen Lager soll das Problem Massenfächer an der Wurzel beheben und derart unorientierte und ziellose Studierende schon vor dem Eintritt in die Hochschule zu zielstrebigen jungen Menschen machen. Weil die studieren ja nur Publizistik, weil sie ihre Möglichkeiten nicht kennen.

Ich bin da ja skeptisch. Erstens find ich es immer absonderlich, wenn Leute, die sich der „unsichtbaren Hand“ verpflichtet fühlen plötzlich von Lenkungsnotwendigkeiten der Studierendenströmen sprechen. Abseits dieser Schizophrenie wird in der Diskussion weder festgehalten, dass unser Arbeitsmarkt mit Sicherheit nicht selbstregulierend funktioniert, oder dass kurzfristige Zulieferungssteuerungsmechanismen (was z. B. arbeitsmarktbezogene Zugangsregelungen wären) einfach nicht besonders sinnvoll (weil kaum planbar) sind.

Auf der anderen Seite glaube ich auch nicht, dass eine verbesserte Studienwahl (und versteht mich nicht falsch, Verbesserungspotential gibts hier auf alle Fälle) das „Massenfächer-Problem“ lösen wird können. Eine gut vorbereitete Studienwahl soll nach Meinung Vieler auf die zukünftige Berufslaufbahn abgestimmt sein.  Jetzt taucht spätestens im 21. Jahrhundert aber insofern ein Orientierungsproblem auf, als 1) zwar die Wirtschaft wächst, die Anzahl der Jobs aber nicht in gleichem Maße, 2) viel mehr Menschen als vor 20 Jahren Matura bzw. einen Hochschulabschluss haben, 3) sich der Arbeitsmarkt sich sowohl in den Jobmöglichkeiten als auch in den Anstellungsformen diversifiziert hat, aber auch 4) prekärer wurde.

Das Versprechen, dass ein Hochschulabschluss sozialen Aufstieg (oder einfach gute Berufsaussichten) mit sich bringt, wird nicht eingehalten. Nichts desto trotz sind jene, die in der Bildungsleiter weiter unten stehen, noch viel mehr am Arsch. Deshalb bleibt den 18 oder 19 Jährigen mit Matura auch heute kaum was anderes übrig, als sich in einem Hochschulstudium zu versuchen.

SchülerInnen (bzw. deren Eltern) lernen sehr früh, dass ohne Bildungstitel gar nichts geht – wer keine Matura machen will, kann sich quasi gleich eingraben. Die Studienwahl, die anschließend getroffen wird, ist prinzipiell ja nicht schlecht vorbereitet, sondern einfach Resultat einer Orientierungslosigkeit. Entweder, Studierende haben bestimmte Berufsfelder mit entsprechendem sozialen Status vor Augen – die rennen den Wirtschaftsunis, juridischen Fakultäten und Medizin-Aufnahmetests ja eh die Türen ein. Alle anderen suchen sich dann halt irgendetwas aus, wovon sie zumindest glauben, dass es ihnen Spaß machen könnte.

Das Studium selbst wird dann in den wenigsten Fällen als fachliche Vorbereitung für einen Beruf gesehen. Vielmehr verschafft es den Studierenden mehr Zeit, sich am Arbeitsmarkt umzusehen, verschiedenen Felder kennen zu lernen, 3, 4, oder 5 Jahre vielleicht den eigenen Interessen wissenschaftlich nachgehen zu können und am Ende mit einem Titel dazustehen.

Wenn mensch sich also grundsätzlich überlegt, warum so viele Studierende Massenfächern belegen, sollte zu Beginn einmal gefragt werden, welche Alternativen für diese Studierenden überhaupt möglich sind. Die Arbeitsmarktsituation sagt „keine“, und das muss in der Diskussion erst mal akzeptiert werden. (Dasselbe mit dem „schneller Studieren“ – Argument. Wer will denn schon, dass die Leute, die grad in der tertiären Ausbildung geparkt sind, schneller auf den Arbeitsmarkt drängen? Jene, die für Arbeitslosenstatistiken verantworltich sind, sicher nicht). Die Unternehmen warten nicht mit offenen Armen auf AbsolventInnen, die Schuld des Versagens am Arbeitsmarktes mit der falschen Studienwahl zu begründen macht es den politisch Verantwortlichen zu leicht.

Wenn also Ulrich Beck (ich weiß, ich weiß, viele von euch finden den doof) sagt, dass Studierende ein bisschen wie Wartende in der Wartehalle eines Geisterbahnhofes sind, hat er damit nicht unrecht. Auf welchem Gleis wir dabei stehen, macht dabei keinen großen Unterschied mehr.

„In nur geringfügiger Übertreibung und Zuspitzung kann man sagen, daß die von Arbeitslosigkeit betroffenen Teilbereiche des Bildungssystems heute mehr und mehr einem Geisterbahnhof gleichen, in dem die Züge nicht mehr nach Fahrplan verkehren. Dennoch läuft alles nach den alten Mustern ab. Wer verreisen will -und wer will schon zu Hause bleiben, wo das Zuhausebleiben Zukunftslosigkeit bedeutet-, muß sich in irgendwelche Warteschlangen zu den Schaltern einreihen, an denen Fahrscheine für Züge vergeben werden, die meist sowieso überfüllt sind oder nichts mehr mit der ausgezeichneten Zielrichung abfahren. Als sei nichts geschehen, verteilen die Bildungsbeamten hinter den Fahrkartenschaltern mit großem bürokratischen Aufwand Fahrkarten ins Nirgednwohin und halten die sich vor ihnen bildende Menschenschlange mit der „Drohung“ in Schach: „Ohne Fahrkarten werdet ihr nie mit dem Zug fahren können!“ und das Schlimme ist, sie haben auch noch recht…!“ (Ulrich Beck, Risikogesellschaft, Franfurt am Main 1986, S. 238)

Vielleicht ist er eher schlechter Poet als Soziologe, aber zumindest der Absatz war recht weitblickend.

Die Studierenden in Massenfächern wissen sehr genau über ihre prekäre Situation bescheid. Sie leben als Studierende von prekären Jobs, und sie wissen, das sich das, wenn sie einmal fertig sind, nicht bedeutend verbessern wird. Dass das aber nicht an ihnen, sondern einer gesellschafltichen Entwicklung liegt, muss in Zukunft deutlicher ausgesprochen werden.

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solidarität heißt widerstand!

normalerweise hab ichs ja nicht so mit nullachtfünfzehn-phrasen, heut passen sie aber. weil.

audimax besetzung

seit dem frühen nachmittag ist der audimax der uni wien besetzt – ausgehend von einer initiative der studierenden der akademie der bildenden künste wurde im zug einer demo heute spontan der größte hörsaal wiens zur besetzten zone erklärt. das ist wundervoll! denn erstmals seit langem regt sich bei studierenden wieder das bedürfnis, ihre eigenen anliegen lautstark und gewichtig zu artikulieren.

die novelle des universitätsgesetztes wurde mehr oder weniger still und heimlich während der sommermonate beschlossen – dass dort die möglichkeit eingeräumt wurde, in praktisch allen fächern zugangsbeschränkungen einzuführen, konnte nicht hinreichen kommuniziert werden, um breiten widerstand zu erzeugen. seit mehreren wochen nun erzeugt die presse von wissenschaftsministerium und uniko aber ein bild von universitäten, das einem katastrophenszenario gleicht. oh mein gott, so viele studierende, das GEHT ALLES NICHT, hilfe hilfe, wird da getönt. und die einzig mögliche antwort gebetsmühlenartig in presseaussendungen verwurstet: studiengebühren! zugangsbeschränkungen!

heute wäre der große tag gewesen: hahn hat sich mit einigen rektoren getroffen, um über die eierlegende wollmilchsau zugangsbeschränkungen zu „verhandeln“ (über eine tatsache zu „verhandeln“, die beide seiten aus ideologischen gründen UR SUPER finden ist eigentlich faktisch nicht möglich) – um 18:00 war die pressekonferenz von hahn und badelt. (die ergebnisse hier)

aber wen juckt das jetzt – über 1000 studierende haben die uni zumindest für heute nacht zu ihrem freiraum gemacht. der audimax ist voll von leuten, die es nicht länger hinnehmen wollen, von rektoraten und wissenschaftsministerium wie der letzte dreck behandelt zu werden. sie fordern bessere studienbedingungen, bildung, die nicht dem primat der ökonomischen verwertbarkeit folgt, freien hochschulzugang für alle und gute beschäftigungsverhältnisse für lehrende.

das rektorat der uni wien versucht indessen, die studierenden auseinanderzudividieren. aus dem standard artikel liest mensch folgende aussage einer rektoratssprecherin: „Die StudentInnen sind zwischen verzweifelt und wütend“, berichtet sie, die Telefone in den Beratungsstellen liefen auf Hochtouren. „Wir haben alle Hände voll zu tun, den StudentInnen das zu erklären“. ich bin nicht so naiv zu behaupten, dass alle studierende es super finden, wenn statt ihrer vorlesung ein besetzter hörsaal auf sie wartet.

chuck norris

aber: die studierenden wären in einer vorlesung im AUDIMAX der uni wien gesessen. da gehen meines wissens mehr als 1000 studierende rein (sitzplätze, wohlgemerkt). von solchen vorlesungen hat im normalfall keinE StudentIn was außer rückenschmerzen. Massenabfertigung, keinen Platz in der Lehrveranstaltung kriegen, Knock-Out Prüfungen, schlechte Studienbedingungen – das sind keine individuellen probleme. und die lassen sich auch nicht durch individuell zielstrebiges studieren lösen, sondern nur durch gemeinsames vorgehen.

das rektorat der uni wien versucht mit solchen aussagen die studierenden zu spalten, in die bösen besetzerInnen und die fleißigen, armen, die leider heute nicht lernen können. auch zugangsbeschränkungen erreichen nichts anderes als eine gedankliche einordnung in „ich“  und „die person, die mir meinen platz wegnimmt“

doch nur gemeinsam können wir studierenden eine verbesserung unserer situation erreichen. da hilft weder ellbogentechnik, noch ein, zwei presseaussendungen. unsere probleme lösen politische entscheidungen. und auf die strategie von ministerium und universitätenkonferenz, uns zu erklären, dass nur die besten gut genug für ein hochschulstudium sind, dürfen wir nicht hineinfallen.

deshalb sind tage wie heute wichtig, deshalb bringen gemeinsame proteste was. sie zeigen, dass studierende sich nicht für blöde verkaufen lassen, ideale haben, dafür eintreten und sich dabei den spaß an der sache „hochschulstudium“ nicht nehmen lasen werden. in dem sinn heißt solidarität heute widerstand, in die ubahn setzen und sich im vorübergehend besetztem audimax endlich mal selbstbestimmt auszubreiten.

mehr infos:

www.unbeschraenktstudieren.at – hp des vsstö, die umfassend über zugangsbeschränkungen und das neue universitätsgesetz informiert

www.malen-nach-zahlen.at – die homepage der initative der studierenden an der akademie der bildenden künste

www.freiebildung.at – (studi)-initiative, die sich immer wieder durch aktionen äußert und inhaltliche arbeit zum  thema hochschule macht, aktuell berichtet der blog über die besetzung und darum herum.

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Ausgeränkt.

Das „Times“ – Ranking für Hochschulen ist da. Ein weiteres in der unendlichen Reihe der Reihungen, bei der eine Uni der anderen dann die lange Nase zeigen kann und ein „ich bin besser als ihr“ in Richtung der unteren Plätze nölt.

Nun ist die Uni Wien wie eine Schlammlawine vom Platz 115 auf 132 gerutscht – welch Schmach, welch Schande. Und was sagt Johannes Hahn dazu? Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen! Dann wird alles besser!

Es folgt: die genauere Betrachtung.

Was sind eigentlich die Kriterien dieses Hochschulrankings? derstandard hat das in seinem artikel kurz zusammengefasst, und auch hier ist die „Scorecard“ zu finden.

Die zeigt deutlich: 40% der Bewertung sind daraus entstanden, dass 10000 WissenschaftlerInnen befragt wurden, was ihrer Meinung nach tolle Universitäten sind. Der Rest der Kriterien setzt sich aus Internationalität (wie viele AusländerInnen finden sich bei Lehrenden und Studierenden?), Qualität der Lehre (wie viele Lehrende pro StudentIn) und Forschung und Chancen am Arbeitsmarkt (die Wirtschaft wurde befragt).

Der/die aufmerksame LeserIn wird jetzt sagen: „Und warum sollten Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren die Sache besser machen? Das hat mit den gezogenen Kriterien des Rankings überhaupt nichts zu tun.“ – ja EBEN! Zwischen den Faktoren des Rankings und Studiengebühren/Zugangsbeschränkungen gibt es keine nachvollziehbare Kohärenz!

Und das zeigt auch die Realität: Von den österreichischen Universitäten ist die Uni Wien die größte und diversifizierteste, und sie ist im Gegensatz zu medizinischen Universitäten oder Fachhochschulen in vielen Bereichen nicht zugangsbeschränkt .  Rund 80% der Studierenden dort zahlen keine Studiengebühren. Und bei aller Liebe – weder die Med Unis noch eine beliebige FH hats in die Top 200 geschafft.

Lösungsansätze?

Wie die Unis bei Rankings zukünftig besser abschneiden können weiß ich nicht, ich halt es aber auch nicht für sonderlich zentral. Zuerst bräuchte es eine ernszunehmende Diskussion darüber, welche Maßstäbe an Unis überhaupt anzulegen sind, um sie für „gut“ oder „schlecht“ zu erklären – alleine WissenschaftlerInnen nach ihren Meinungen zu fragen find ich unseriös. Für das österreichische Hochschulwesen gilt nach wie vor: mehr Geld für den tertitären Bereich und ein gemeinsames Schulsystem im primären und sekundären Bereich. Und dann, erst dann diskutieren wir wieder über Rankings.

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